Kur für Dahmer Mittelalter-Schatz

DAHME Zwei mehr als 600 Jahre alte Dahmer Skulpturen können jetzt mit Förderhilfe aufgearbeitet werden. Die jeweils etwa einen Meter hohen Frauen-Figuren aus Lindenholz sind Teil eines Schatzes, der aus dem Fundus des Heimatmuseums wieder ans Licht geholt worden war.

 
Vermutlich Maria Magdalena stellt diese Figur dar.
Foto: pr

Insgesamt umfasst er sechs Schnitzfiguren eines unbekannten Meisters aus der Zeit um 1370. Von Restauratoren des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege werden sie nach und nach instand gesetzt. Bereits im Vorjahr hatten die Experten Hand angelegt bei einer Marienfigur mit Kind sowie einem Männerbildnis. Zwei weitere Skulpturen warten noch auf ihre Sanierung. Wie Dahmes Museumsleiter Tilo Wolf erzählt, hatten die Kunstwerke Jahrzehnte im Magazin des Museums gelagert. »Sie waren in so desolatem Zustand, dass sie nicht mehr ausgestellt werden konnten.« Während der Brandenburger Kulturlandkampagne »1000 Jahre Christentum« im Jahr 2005 seien sie erstmals wieder in der Dahmer Kirche gezeigt worden. »Ein Ziel war es, die Fachwelt aufmerksam zu machen und Hilfe bei der Restaurierung zu bekommen«, erinnert sich der Museumsleiter. Die Idee ging auf. Von den Denkmalpflegern wird den Dahmer Heiligen-Figuren eine »herausragende kunsthistorische Bedeutung« beigemessen. Wie Tilo Wolf sagt, seien sie nicht nur für Brandenburg, sondern europaweit etwas Besonderes. »Wegen ihrer Seltenheit, aber beispielsweise auch wegen noch vorhandener Reste der einstigen Bemalung«, erklärt er. Die Gesamtkosten für die aktuellen Instandsetzungsarbeiten beziffert Rita Müncheberg von der Bauverwaltung auf rund 18 000 Euro. Zur Finanzierung steuert der Landkreis Teltow-Fläming die Hälfte bei.

Ihre Heimstatt sollen die sechs Skulpturen, die noch im Archäologischen Landesmuseum in Wünsdorf lagern, künftig in der Dahmer Klosterkirche an der Hauptstraße finden. Dort bekommen sie nach einem geplanten Umbau des leer stehenden Klostergebäudes zur Kultur- und Begegnungsstätte einen eigenen Ausstellungsraum. »Für eine Kleinstadt wie Dahme ist so ein Schatz ein Glücksfall«, sagt der Museumsleiter.

Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 22. Oktober 2010

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