KIRCHE: Das Ziel noch nicht ganz erreicht

Festgottesdienst zum Abschluss der Sanierung / Wegsteine der Zukunft bleiben noch

BÜCKWITZ - In der sanierten Kirche von Bückwitz war am Sonnabendnachmittag kein Platz mehr frei. Hier fand ein festlicher Gottesdienst mit Pfarrerin Gisela Kraft und Pfarrer Jürgen Brückner anlässlich des Abschlusses der über fünfjährigen Sanierung des Gotteshause statt. Rund 450 000 Euro sind dafür aufgewendet worden, zur Verfügung gestellt unter anderem vom Land, von den verschiedenen kirchlichen Gremien, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Spendern und Sponsoren. Und natürlich kamen auch Eigenmittel zum Einsatz. An der Sanierung waren 20 Firmen beteiligt gewesen.

Ihnen allen dankte der Vorsitzende des Förderkreises Dorfkirche Bückwitz, Dieter Helm, in seiner Rede. Dabei war er zunächst auf die Geschichte der Kirche und ihrer Vorgängerin eingegangen. Die jetzige besteht am 29. November 130 Jahre und war in nur einem Jahr errichtet worden. "Mit dem heutigen Tag sind wir allerdings noch nicht am Ziel angekommen", so Helm. Die Sanierung des Innenturmbereiches, der Außenmauer, des Weges zum Kriegerdenkmal, die Ausgestaltung des Chorbereiches, eventuell die Wiederherstellung der historischen Wandbemalung und vor allem die Sanierung der wertvollen Hollenbachorgel seien die Wegsteine der Zukunft.

Nach dem Gottesdienst, bei dem auch Superintendent Joachim Warder Grußworte gesprochen hatte, trafen sich alle an der Kaffeetafel. (Von Detlef Czeninga)

Detlef Czeninga meint, dass die Kirche durchaus im Dorf bleiben muss

Gut eingesetzt

In Bückwitz gehen nur noch sechs Frauen und Männer regelmäßig in die Kirche. Das war am Sonnabend am Rande des Festgottesdienstes von Fritz Stampehl zu erfahren. Er gehört zu denen, die sich in der Kirchengemeinde engagieren und die auch Dieter Helm, Vorsitzender des Förderkreises Dorfkirche Bückwitz, in seiner Dankesrede zum Abschluss der Sanierung besonders gewürdigt hat, weil sie maßgeblich und oft bis an die Grenze der physischen Belastbarkeit zum Gelingen der Sanierung beigetragen haben.

450 000 Euro sind in den vergangenen fünf Jahren in das Gotteshaus geflossen. Das ist viel Geld, wenn man betrachtet, wie viele es noch regelmäßig nutzen. Doch diese Rechnung darf man gar nicht aufmachen. Kirchen prägen das Dorfbild, grüßen den Ankommenden schon von weitem, sind im Dorfleben fest verankert und künden von der Geschichte des Ortes. Und schon längst dienen sie nicht mehr nur noch ihrem ausschließlichen Zweck. Sie werden auch immer mehr zu Zentren des kulturellen und künstlerischen Lebens in den Gemeinden, bieten Raum für Konzerte und vieles mehr. Auch in Bückwitz will man nun diesen Weg gehen, hat Helm angekündigt. Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden, das viele Geld ist gut eingesetzt worden.

Märkische Allgemeine vom 01. November 2010

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