Endspurt in der Fachwerkkirche

Neulietzegöricke (moz) Vor den Feierlichkeiten zum 170. Geburtstag der Kirche in Neulietzegöricke geht es in den nächsten Wochen noch einmal hoch her: Handwerker legen letzte Hand an den Innenputz, die Maurerarbeiten und den Fußboden. Kurz vor dem Fest wollen die Gemeindeglieder mit vielen Freiwilligen die Kirche für den Festgottesdienst herrichten.

 
Mit Kelle und viel Motivation: Jürgen Buchholz und Patrik Wollin werden in den nächsten Tagen die Maurerarbeiten und die Sanierung des Fußbodens abschließen.
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Am 20. November sollen die Kirchenbänke wieder sauber an ihrem Platz stehen und den vielen Geburtstagsgästen Platz bieten darunter Markus Dröge. Der Landesbischof der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wird die Predigt zum Kirchenjubiläum halten. Der Fußboden soll gefegt sein, die Gesangbücher und die Sitzkissen aus ihrem Exil auf dem Dachboden des Pfarrhauses zurückgekehrt sein. Um 16 Uhr findet der feierliche Gottesdienst statt gestaltet durch die Kreismusikschule Märkisch-Oderland aus Bad Freienwalde, den örtlichen Bläserchor des Kirchenkreises und den Chor der Gemeinde.

Und bis dahin gibt es noch einiges zu tun: Die beiden Maurer Patrik Wollin und Jürgen Buchholz von der Gebäudesanierungsfirma Detlef Schenkle sind in dieser Woche damit beschäftigt, die letzten schadhaften Stellen mit Putz auszubessern. Bis zum
11. November wollen sie die Innenputz-, Fußboden- und Maurerarbeiten abgeschlossen haben.

"Eigentlich sollte die Hüllensanierung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das werden wir aber nicht ganz schaffen", bedauert Gisela Sommer vom Gemeindekirchenrat. Seit Frühjahr läuft die Kirchensanierung auf Hochtouren: Zuerst wurde das Dach gemacht, dann das Fachwerk hergerichtet. Dabei zeigt sich das ganze Ausmaß der Schäden, die vor allem durch Insekten entstanden. Viele Balken mussten ausgetauscht werden, die Putzarbeiten am Turm hinten angestellt werden. Die Innensanierung wird, wie geplant, im nächsten Jahr erfolgen.

Einer, der schon die Grundsicherung der Fachwerkkirche in den 1970er begleitete ist Friedrich Regenberg. 1945 kam er nach Neulietzegöricke und wurde vier Jahre später in der Kirche konfirmiert. Seit Jahrzehnten ist er im Kirchenchor aktiv und seit den 1960er Jahren Kirchenältester. "Zu DDR-Zeiten hatten wir weder Material noch Kapazitäten", sagt Regenberg zurückblickend. Erst im Jahr 2003 konnten die Fundamente durch Einpressen von Beton stabilisiert werden. "Es ist den vielen engagierten Gemeindegliedern, den Ortsvorstehern und Bürgermeister Horst Wilke zu verdanken, dass so viel Bewegung in die Sache gekommen ist." Vor allem über Spenden und Sponsoren habe man schlussendlich die Sanierung in Angriff nehmen können. "Nichtchristen und Christen ziehen bei dem Projekt an einem Strang", so Friedrich Regenberg weiter. 203 Mitglieder hat die Kirchengemeinde Neulietzegöricke, zu der neben dem Dorf selbst, Karlshof, Neuwustrow, Altwustrow und Zäckericker Loose gehören, wie Pfarrer Hans-Peter Nitsch erklärte.

Zu dem Festgottesdienst am 20. November sind neben den Sponsoren auch das Konsistorium, der Superintendent und die Altpfarrer geladen. Platz genug gibt es: 350 Plätze bietet die denkmalgeschützte Kirche, die an ihrem Geburtstag in vollem Glanz erstrahlen soll. Auch die Orgel wird bis dahin ausgepackt und bespielbar sein. "Und wir werden natürlich dafür sorgen, dass es warm in der Kirche ist", versichert Nitsch.

Bereits ab 15 Uhr lädt die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen ein. Nach dem Gottesdienst und dem Festprogramm gibt es neben guten Gesprächen Kürbissuppe, Punsch und andere Köstlichkeiten.

Märkische Oderzeitung vom 04. November 2010

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