Spitze für den Kirchturm

von Doris Ritzka

 
Wird auch gerettet: Der etwa 200 Jahre alte Engel aus der Kirche in Laasow.
dpa

PERLEBERG - Eine bewegte Geschichte rangt sich um St. Jacobi, eine Kirche, deren ältester Teil aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt und deren Turm im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlichste Gestalt annahm. 1851 bis 1854 erfolgte unter Friedrich August Stüler (1800-1865) die letzte Umgestaltung, die mittelalterliche Kirche erhielt eine neugotische Überformung, wie Pfarrer Tilmann Kuhn berichtet. Am 27. November 1916 vernichtete dann ein verheerender Brand den Turm und auch die fünf wertvollen bronzenen Glocken. Erhalten blieben nur der nördliche und südliche Stülergiebel, ein einfaches Satteldach bildet seither den Turmabschluss und zwei stählerne Glocken rufen zum Gottesdienst.

Die Idee, dem historischen Kirchturm seine volle Schönheit wieder zu geben, geistert schon einige Jahre in den Köpfen von Herbert Dreifke und Dr. Ulrich Berger. "Unser Kirchturm hatte immer eine Spitze, ohne sie wirkt er halbfertig ", so Herbert Dreifke. Den gleichen Gedanken hatte Dr. Berger, und alle, mit denen beide darüber sprachen, stimmten ihnen zu.

Die Idee soll nun Gestalt bekommen, ein Unterfangen, das mindestens genauso imposant und groß ist, wie das Gotteshaus selbst, dessen sind sich die beiden bewusst. Denn mit der neuen Turmspitze einher gehen muss die komplette Sanierung des Holztragwerks. "Es war ein Notdach, entsprechend auch die Holzkonstruktion, die trotz allem an die 100 Jahre ihren Dienst getan hat. Doch mittelfristig muss hier etwas passieren", umschreibt Pfarrer Kuhn die Situation.

Es wird ein Millionenvorhaben, das am Donnerstag um 19 Uhr in der St. Jacobikirche mit der Gründung eines Fördervereins aus der Taufe gehoben werden soll. Wie groß der Aufwand, was alles getan werden muss, welche Gestalt die Spitze bekommen wird - Fragen, auf die man noch keine Antwort weiß. Außer Zweifel steht aber, zu schaffen ist dieses kühne und zugleich schöne Vorhaben nur, wenn es auf breite Zustimmung trifft, wenn Bürger- und Kirchengemeinschaft gemeinsam agieren. Das Bindeglied zwischen beiden zu sein, das will sich der Förderverein auf die Fahnen schreiben und entsprechende finanzielle Mittel einwerben und Möglichkeiten ausloten.

Der Prignitzer vom 23. November 2010

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