DENKMAL: Herbert Dreifke leitet Kirchturmspitzenverein

Perleberger schlossen sich für Bauvorhaben an Jacobikirche zusammen

PERLEBERG - Nach eineinhalb Stunden war der Grundstein dafür gelegt worden, dass die Jacobikirche irgendwann wieder eine Spitze erhalten könnte. Mehr als 20 Interessierte fanden sich am Donnerstagabend in dem Gotteshaus zusammen, um den "Förderverein Kirchturmspitze für Sankt Jacobi in Perleberg" ins Leben zu rufen.

Zum Vorsitzenden wurde der 63-jährige Herbert Dreifke gewählt. Der ehemalige Lehrer gehörte zu den Initiatoren des Projekts. Herbert Dreifke hat eine enge Beziehung zu der Kirche. Er wurde in ihr getauft, konfirmiert und hat darin geheiratet. In jungen Jahren läutete er sogar die Glocken. Ihm zur Seite steht als zweiter Vorsitzender der Architekt Matthias Wieck. Schatzmeisterin wurde Petra Ritter, die Schriftführung übernahm Ursula Poleska. Hans Heinrichsrüscher leitete die Versammlung.

Der nächste Schritt ist, die ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgende Vereinigung ins Vereinsregister einzutragen. Ihre Satzung lehnten die Perleberger an die des Putlitzer Kirchturmspitzenvereins an. Dieser löst sich zum 31. Dezember auf, weil der Verein sein Ziel erreicht hat.

Der Förderverein solle "eine Plattform sein, auf die viele Säulen gestellt werden", sagte Herbert Dreifke. Unklar ist, wie viel Geld der Bau einer Kirchturmspitze kostet. Deshalb planen die Perleberger eine Bestandsaufnahme und eine Machbarkeitsstudie. Geklärt werden muss, in welchem Zustand sich der Turm befindet.

Nach dem Brand 1916, bei dem die Spitze zerstört wurde, war der Turm in der Kriegszeit gesichert worden. Dabei seien Bretter und Balken mit einem viel zu kleinen Querschnitt verbaut worden, sagte Pfarrer Tilmann Kuhn. Er wies zudem darauf hin, dass die zwei Stahlglocken nach fast 100 Jahren bald das Ende ihrer Nutzungszeit erreichen. Ursprünglich hätten sich im Kirchturm sogar fünf Bronzeglocken befunden. Tilmann Kuhn sprach sich deshalb dafür aus, neben dem Bau der Kirchturmspitze auch die Erneuerung des Geläuts als Vereinszweck auszuweisen. "Wenn, dann wollen wir die Spitze komplett mit Geläut herstellen", antwortete Herbert Dreifke. Er hofft, dass das Gotteshaus in sechs Jahren eine Spitze erhält. Erstmals sichtbar könnte diese 2014 gemacht werden. Vielleicht würde die Stadt zur 775-Jahr-Feier auf ein Feuerwerk verzichten und stattdessen in einer multi-visuellen-Schau mit Laserstrahlen eine Kirchturmspitze abbilden, meinte der Vorsitzende. (Von Axel Knopf)

Märkische Allgemeine vom 27. November 2010

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