SAKRALBAU: Feier in luftiger Höh

Endspurt einer Turmsanierung: Zier auf Siethener Kirche aufgerichtet

SIETHEN - Frostig war der Aufstieg für die Teilnehmer an den Feierlichkeiten zur Aufrichtung der Turmzier am Donnerstag an der Kirchturmspitze in Siethen.

Auf schwankendem Gerüst brachte der Blankenfelder Dachdecker Hartmut Quappe gemeinsam mit seinem Sohn Ronny die neue Kugel und Wetterfahne an. Sechs Wochen hatten allein die Dachdecker gebraucht, und waren glücklicherweise einen Tag vor Wintereinbruch fertig geworden. Für Quappes Familie hat die Arbeit an der Siethener Kirche übrigens Tradition, schon der Großvater und Vater hatten in den 1950er Jahren das Dach repariert und teilweise neu gedeckt, wie Quappe erklärt. "Leider habe ich keine Spuren mehr von denen gefunden", bedauert er.

Glücklich ist an diesem Tage nicht nur die Vorsitzende des Fördervereins Yvonne Wendtland. "Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass wir heute so weit sind", freute sie sich. Damals wurde der Verein gegründet, um den Kirchturm vor dem Verfall zu retten. Rund 200 000 Euro wurden aufgetrieben, um ein Stück Heimatgeschichte denkmalgerecht zu sanieren. Dafür bedurfte es auch einer neuen Kugel, da die alte völlig zerschossen war. Denn ein etwas verschrobener Siethener machte sich jahrelang einen Spaß daraus, auf die Kugel zu schießen, und die Löcher zeigten, dass er dabei erfolgreich war.

Das größte Sorgenkind des Vereins ist jetzt die alte Kirchturmuhr. Die war dermaßen vom Zahn der Zeit zernagt, dass eine neue Uhr notwendig wird, wie Wendtland berichtet. Rund 10 000 Euro sind dafür veranschlagt und bereits zur Hälfte gesammelt worden.

"Das Kirchenschiff wird uns nochmal so viel Arbeit machen", prophezeit Pfarrer Peter Collatz kommende Herausforderungen. Doch freute er sich jetzt erst einmal über die fast abgeschlossene Turmsanierung. "Ich freue mich, wie viele Mitstreiter wir auf unserem Weg gefunden haben", so Collatz. Er ist überzeugt, nur durch diese Gemeinschaft konnte das Werk in der Kürze der Zeit gelingen. Übrigens war auch schon 1615 ausgiebig gefeiert worden, wie die Kirchenbücher beweisen. Damals wurde das Turmrichten mit einer Tonne Bier für die Zimmerleute begossen.

www.evangelische-kirchengemeinde-ahrensdorf.de (Von Mike Jentsch)

Märkische Allgemeine vom 11. Dezember 2010

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