Dörrwalder Kirchturm wird neu geplant

DÖRRWALDE Turbulenzen gibt es derzeit beim Wiederaufbau des Dörrwalder Kirchturms. Das ungefähr 36 Meter hohe Bauwerk muss neu geplant und die Statik erneut berechnet werden. Das erklärte Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert am Rande des ersten Dörrwalder Sternenfestes.

Dorfkirche Dörrwalde   Dorfkirche Dörrwalde  
Anlässlich des Dörrwalder Sternenfestes musizierten die Kinder unter Leitung von Musiklehrerin Urte Schütz in der Kirche.
Fotos: T. Richter/trt1
Blick auf den zukünftigen Turmstandort.

"Die gute Nachricht ist, wir können die noch nicht verbrauchten Fördergelder mit ins neue Jahr nehmen. Ungünstig ist dagegen, dass unser Kirchturm eine neue Planung und eine neue statische Berechnung benötigt", gab Dorothee Lange-Seifert den aktuellen Sachstand auf der Dörrwalder Großbaustelle wieder. Das Projekt Wiederaufbau habe in den zurückliegenden Wochen am seidenen Faden gehangen. Schuld sei der Mörtel des alten Turmrumpfes gewesen, der nicht genügend Bindemittel enthält. Darauf könne nicht aufgebaut werden.

"Wir müssen deshalb rund um den Rumpf einen 1,5 Meter breiten Streifen Land von der Stadt erwerben", erklärte die Kirchenfrau. So werde um die alte Mauer einfach eine neue herum gebaut. Nach Angaben von Astrid Subatzus vom Gemeindekirchenrat hat der Großräschener Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) bereits grünes Licht gegeben.

Durch die nicht vorhersehbaren Probleme werde jetzt die Gesamtsumme für das Vorhaben steigen. Bislang wurde laut Lange-Seifert mit rund 360 000 Euro, davon 226 000 Euro Fördergelder, kalkuliert. Jetzt könnten locker 25 000 bis 35 000 Euro hinzukommen. Deshalb sei die Kirchengemeinde dringend auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. "Wir brauchen jeden Euro", sagte die Pfarrerin. Bei der Dörrwalder Sternefest-Premiere am Sonnabend habe es in der Spendenkasse öfter geklingelt.

Im Jahr 2011 soll der Rohbau des Kirchturms stehen. Einziges Originalteil sei ein Stein mit der Jahreszahl 1767, der sich oberhalb der Kirchturmtür befand. Dieser werde in das neue Bauwerk an gleicher Stelle integriert. Anschließend ist der Innenausbau geplant. Nach Angaben des Gemeindekirchenrates wird in diesem Rahmen eine behindertengerechte Toilette im Turm eingebaut. Darüber hinaus können Interessierte das Bauwerk besteigen und aus einer Höhe von ungefähr 15 Metern einen reizvollen Blick über Dörrwalde und darüber hinaus genießen. In diesem Bereich wird zukünftig auch die Glocke schlagen.

"Trotz aller Turbulenzen ist der Aufbau unseres Kirchturms mehr als berechtigt", resümierte Pfarrerin Lange-Seifert. Schließlich seien durch die Kohle so viele Gotteshäuser verschwunden, beispielsweise in den Dörrwalder Nachbarorten Bückgen und in Wendisch Sorno. "Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir wieder aufbauen", so die Kirchenfrau mit energischer Stimme. trt1

Von Torsten Richter

s.a. (Dorfkirche des Monats Mai 2010)

Lausitzer Rundschau vom 13. Dezember 2010

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