Hoffnung für marodes Gotteshaus

BRONKOW Es ist eine respektable Liste von Kirchen in der Region, denen zuletzt eine Verjüngungskur widerfahren ist oder an denen noch immer Restaurierungen stattfinden. Gollmitz, Ogrosen und Groß Jehser stehen stellvertretend für geglückte, umfassende Sanierungsmaßnahmen, auf die sich auch Bronkow berechtigte Hoffnung macht.

 
Nach langem Warten zeichnet sich ab, dass der kleinen Kirche in Bronkow (Amt Altdöbern) dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen bevorstehen.
Foto: Hegewald/uhd1

»Wir wissen um den Restaurierungsbedarf an unserer Kirche und wünschen uns schon seit mehreren Jahren, die zwingend notwendigen Arbeiten in Auftrag geben zu können«, sagt Kerstin Lehmann vom Bronkower Gemeindekirchenrat. Pfarrerin Kathrin Schubert bestätigt das: »Seinerzeit sind wir nach einer turnusmäßigen Glockenwartung von Fachleuten auf Risse im achteckigen Turm Aufmerksam gemacht worden«, erklärt sie.

Einer der Experten sei Architekt Uwe Burckhardt, der zu einem Aktivposten der ersten Stunde zähle und der nach einem Gesamtüberblick dringenden Handlungsbedarf angemeldet hatte. »Risse im Turm, Anobienbefall in der Holzkonstruktion und eine nicht mehr zeitgemäße Verankerung des Glockenstuhles im Mauerwerk sind ausschlaggebende Gründe, warum auch andere Institutionen eine Sanierung befürworten«, sagt Kathrin Schubert. Die Calauer Pfarrerin bemerkt, dass Konzept, Holzschutz- und Statikgutachten vorlägen und für beide Bauabschnitte - Kirche und Kirchenschiff - viel Geld in die Hand genommen werden muss. Als bemerkenswert empfindet sie das Verhältnis der Bronkower Bürger zu ihrer, im 13./14. Jahrhundert erbauten Kirche im Dorfzentrum. Jüngstes Beispiel sei das von der Freiwilligen Feuerwehr organisierte Adventskonzert, das mit einer Spendenaktion gekoppelt worden war. »802 Euro sind dabei zusammengekommen, die komplett in das Budget für die Restauration der Kirche fließen«, sagt Feuerwehr-Vereinschef Marko Lehmann. Hingezogenheit zum Gotteshaus, das mit altehrwürdigem Taufengel, Taufstein und weiteren Stücken über eine beachtliche Innenausstattung verfügt, bewiesen ebenso Irene Reiche und Wilfried Karras. Die beiden Mitglieder des Gemeindekirchenrates ermöglichen bei Bedarf eine Besichtigung der beschaulichen Kirche. Etwa 220 000 Euro müssten in deren Sanierung investiert werden. Ob und wann die Gelder fließen, regelt der Staatskirchenvertrag, der es ermöglicht, kulturhistorisch wertvolle Gebäude zu erhalten. Sind in den vergangenen Jahren bereits im Dezember die Ablehnungsbescheide zu den Bauvorhaben in Bronkow eingetroffen, so ließ das Schreiben bisher auf sich warten. Pfarrerin Schubert, wie auch die Einwohner aus Bronkow und den Nachbardörfern werten das als hoffnungsvolles Zeichen, dass vielleicht schon bald mit den Restaurierungen begonnen werden kann und das Warten ein Ende hat. Uwe Hegewald/uhd1

Zur Unterstützung der Vorhaben ist ein spezielles Spendenkonto errichtet worden. Empfänger ist die Evangelische Kirchengemeinde Calau; Kontonummer: 3060001536; Bankleitzahl 18055000; Sparkasse Niederlausitz; Verwendungszweck: Sanierung Kirche Bronkow. uhd1

Lausitzer Rundschau vom 27. Dezember 2010

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