In Oldtimern zu den Dorfkirchen – mindestens 50 historische Fahrzeuge gehen auf Tour

LUCKAU Mit dem Oldtimer zu Dorfkirchen der Region geht es bei einer Rallye, die am 9. und 10. September Premiere hat. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg will mit dieser Idee auch jenen Lust auf Gotteshäuser machen, die dort keine Stammgäste sind.

 

»Für Jüngere sind Kirchen nicht sexy. Um Interesse zu wecken, müssen wir uns was einfallen lassen«, sagt Hans Krag vom Förderkreis, der die Tour-Premiere gemeinsam mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) initiiert. Hartmut Groehl vom Mecklenburger Automobilclub bringt dabei Erfahrungen als Veranstaltungsleiter der Rund-um-Berlin-Classics ein. »Die zwei Tage unterwegs zwischen Luckau und Finsterwalde werden für Fahrer und Zuschauer ein Erlebnis«, verspricht er.

»Mindestens 50 historische Fahrzeuge werden erwartet, die in der Regel mit Fahrer und Beifahrer besetzt sind, alles in allem etwa 100 Odltimerfreunde«, so Groehl. Zu den ältesten Autos im Tross werde ein Citroen, Baujahr 1919 aus Dresden gehören, der seine 18 Stundenkilometer schafft. »Bei so historischen Gefährten kann es schon passieren, dass sie stehen bleiben. Dann muss der Beifahrer aussteigen und kurbeln. Zur Freude der Zuschauer«, plaudert Groehl aus dem Nähkästchen.

Wohnen werden Fahrer und Tross im Schlosshotel in Fürstlich Drehna. Von dort erkunden sie an zwei Tagen mit ihren Gefährten gemächlich Kirchen zwischen Elbe-Elster-Land, Niederlausitz und Fläming. In den Gotteshäusern an der Route seien Aufgaben zu lösen. Diese gingen ebenso in die Wertung ein wie die Ergebnisse von zwei Zuverlässigkeits- und Gleichmäßigkeitsprüfungen in Finsterwalde und Luckau. Dabei seien Strecken von etwa 800 Metern in einer vorgegebenen Zeit zu bewältigen, erklärt Groehl.

Zum Auftakt geht es am Freitag, 9. September, von Fürstlich Drehna zur Dorfkirche nach Massen und weiter nach Finsterwalde, wo die Kapitäne am zeitigen Mittag ihre Gefährte auf dem Marktplatz präsentieren werden. »Die Finsterwalder Sänger sorgen für eine zünftige Begrüßung«, kündigt Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) an. Ebenfalls zur ersten Etappe gehören die Kirchen von Lugau, Lindena und Trebbus.

Am Sonnabend, 10. September, ist die Bornsdorfer Kirche erste Zwischenstation. Pfarrer Frank Gehrmann wird dort eine Andacht halten. Als begeisterter Motorradfahrer, der selbst Ausfahrten organisiert, freue er sich auf die Oldtimerfreunde, sagt er. In Luckau werden die Fahrer bei der zweiten Wertungsprüfung auf historischem Pflaster zeigen, was ihre Lieblinge unter der Haube haben, und anschließend auf dem Marktplatz zu bestaunen sein. Daneben stehen am zweiten Tag die Kirchen von Lebusa (Elbe-Elster) und Waltersdorf (Teltow-Fläming) auf dem Programm. Das Waltersdorfer Gotteshaus, erzählt Pfarrer Wolfgang Scholz, habe eine prachtvolle barocke Innenausstattung, die jedoch dringend sanierungsbedürftig sei. Die Rallye sei für das 80-Seelen-Dorf Motivation, einen Verein für die Rettung der Kirche zu gründen. 3500 Euro Anschubfinanzierung von Förderkreis Alte Kirchen stellt Hans Krag ins Aussicht, wenn das gelingt. Insgesamt habe der Förderkreis bislang rund 200 Sanierungsprojekte unterstützt, sagt er.

Zum Thema:
Zur Siegerehrung am Sonnabendabend wird Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) auf Schloss Fürstlich Drehna erwartet. Da die Oldtimer nach Tempo gestaffelt unterwegs sind, sei an allen Kirchen für längere Zeit etwas zu sehen, so Hans Krag. Anmeldeschluss für die Tour ist Ende Mai. Infos gibt es im Internet www. altekirchen.de.

Von Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 28. Januar 2011

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