IRINA VOIGT

Viele Balken müssen ausgetauscht werden

Neuenhagen (moz) Die Kirche in der Carl-Schmäcke-Straße ist seit Wochen von Bauplanen verhüllt. Das Dach soll neu gedeckt werden. Zuvor aber mussten viele marode Balken ausgetauscht werden.

 
Baurapport: Mitarbeiter der Bauhütte Neuenhagen und Tragwerksplaner Lothar Hunziger
Foto: MOZ/Gerd Markert

Die Hoffnung von Pfarrer Peter Leu hat sich nicht erfüllt. Als die Bauarbeiten an der frühgotischen Kirche aus dem Jahr 1250 vergangenes Jahr begannen, sagte er: "Wir hoffen sehr, dass der Dachstuhl, dessen ältester Balken aus dem Jahr 1422 stammt, in Ordnung ist, sonst werden wir unseren Finanzplan nicht halten können." Die Balken, die die Zimmerer von der Bauhütte Neuenhagen inzwischen freigelegt haben, machten diese Hoffnung zunichte. Die Balken waren über Jahrhunderte eingemauert, so dass ihr Zustand von außen nicht zu erkennen war, zumal das Mauerwerk in Ordnung schien.

Im Inneren der Kirche wurde zu Beginn der Arbeiten eine Schutzdecke eingezogen, um zu verhindern, dass durch das vor rund 100 Jahren nachträglich eingebaute Holztonnengewölbe Staub und Dreck in das Kirchenschiff rieselt. Dieser Staub und das Gebälk waren allerdings durch massiv eingesetzte Holzschutzmittel zu DDR-Zeiten kontaminiert und mussten als Sondermüll fachgerecht entsorgt werden. Nur mit einer Schutzausrüstung haben die Bauarbeiter der Bauhütte Neuenhagen arbeiten können. Die Holzschutzgutachter sind immer wieder im Haus, um sich über den Fortgang zu informieren. "Aber wir haben prima Handwerker, die ihre Arbeit verstehen", lobt Peter Leu.

"Es waren durch den nun erkennbaren schlechten Zustand der Balken viel mehr Zimmermanns- und Holzarbeiten nötig, als ursprünglich absehbar war", sagt der Pfarrer. So müsste die Kirchengemeinde zu den ursprünglich geplanten 270 000 Euro weitere 30 000 Euro aufbringen, sagte er. Trotz der Mehrarbeiten ist er optimistisch, dass zu Ostern die Kirche wieder genutzt werden kann.

Märkische Oderzeitung vom 17. Februar 2011

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