Vollendung absehbar

DENKMALSCHUTZ: Sanierung der Wusterhausener Stadtkirche wird demnächst an der Nordseite fortgesetzt

WUSTERHAUSEN - Nun muss der Frühling ja kommen. Die Nordfassade der Wusterhausener Stadtkirche St. Peter und Paul verschwand in der vergangenen Woche hinter einem Baugerüst. Sobald das Wetter es zulässt, werden wohl auch die Bauleute anrücken.

Pfarrer Alexander Bothe bestätigt das: "Wir machen jetzt die Nord- und die Südseite und 2012 dann den Chor." Zwar wollte man ursprünglich damit schon weiter vorangekommen sein, aber im Prinzip laufe die etappenweise Rundumsanierung des Gotteshauses sogar besser als erwartet, so Bothe.

Ganz am Anfang hatte 2009 der Turm gestanden. Vier weitere Bauabschnitte sollten folgen. Doch dann ergab es sich dank Einsparungen und zusätzlicher Fördermittel, dass man doch erst einmal die Sanierung der Marienkapelle an der Westseite vorzog. "Das hat natürlich auch Zeit gekostet", sagt Bothe. "Und außerdem wollten wir unbedingt vermeiden, in den Winter reinzukommen."

Nun, da das Gerüst am Kirchenschiff steht, soll als Erstes eine gründliche Bestandsaufnahme erfolgen. Dass die Zeit Spuren am Mauerwerk hinterlassen hat, ist natürlich bekannt. "Die desolaten Stellen müssen repariert werden – besonders die Strebepfeiler." Laut Bothe können inzwischen jederzeit Ziegel herausfallen. Von großem Interesse bei der Begutachtung sei aber auch die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichende Baugeschichte. "Da ist doch noch manche Frage offen." Also werde neben dem Restaurator wieder ein Bauforscher vor Ort sein – das Kulturministerium in Potsdam bestehe darauf. Die beiden Experten sind die Ersten, die demnächst in Wusterhausen mit ihrer Arbeit beginnen. Bothe: "Damit wir gleich, wenn’s mild wird, in Glindow die Ziegel bestellen können, die ersetzt werden müssen." Auch am Dach stehen Reparaturen an: "Wir haben mindestens einen Sparren, der komplett erneuert werden muss." Und direkt nach der Nordseite soll dann noch vor dem nächsten Winter die Westseite an die Reihe kommen.

Der Aufwand ist in jedem Fall beträchtlich. Wieder geht es um Hunderttausende von Euro. Bund, Land, Kirche, Stiftungen geben Geld. Allein von der Evangelischen Kirche Baden, dem Partner der Landeskirche Brandenburg, kam eine Spende von 100 000 Euro. "Das war ganz wesentlich, damit wir die Eigenmittel aufbringen konnten." Und natürlich ist auch die Gemeinde Wusterhausen mit dabei. "Das muss man unbedingt anerkennen, dass da das Engagement der Gemeinde mit dahintersteht", sagt Bothe. "Nicht nur finanziell, sondern von Anfang an auch bei der Planung." (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 22. Februar 2011

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