Schloss Neuhardenberg zeigt Kirchen und ihre Hüter

Neuhardenberg (moz) Die Symbiose zwischen Landschaft, Kultur und Glauben in den Fotos von Wolfgang Reiher und Leo Seidel sei in Neuhardenberg gut aufgehoben, sagte Kara Huber. Die Frau des früheren Landesbischofs Wolfgang Huber ist die Herausgeberin der Bildbände "Kirchen in Brandenburg und ihre Hüter". 20 auf Leinwand gezogene, vergrößerte Motive aus den Bänden sind in der gleichnamigen Foyerausstellung zu sehen, mit der jetzt die Sommersaison 2011 im Schloss eröffnet wurde.

 
Inspirierend: Fotos von sanierten Kirchen in Brandenburg sind jetzt in Neuhardenberg zu sehen.
© Johann Müller

Die Bilder seien "so ermutigend wie melancholisch" und zugleich von "stiller Spiritualität geprägt", so der Generalbevollmächtigte der Stiftung Schloss Neuhardenberg, Bernd Kauffmann, zur Vernissage der Ausstellung. Er nutzte auch diesmal den Rahmen für eine Betrachtung gesellschaftlicher Realitäten: So schön die Fotos von und aus den Kirchen auch seien, "die Lage der Dinge und des Glaubens ist alles andere als beruhigend", gab Kauffmann zu bedenken.

Die zunehmend sanierten Kirchen reckten ihre Türme in den Himmel eines Landes, dem die Menschen abhanden kommen. Und in dem zuvor schon der Glaube an den einen Gott "fast flächendeckend ausgetrieben" worden sei. Wer meine, mit der baulichen Erhaltung bliebe die Kirche ja im Dorfe und alles sei gut, der irre, warnte Kauffmann. Denn um "die Restaurierung des Glaubens scheint es – mangels Masse – weniger gut bestellt". Die instand gesetzten Kirchen sind für ihn "Glaubensmale in einer Gott-fernen Landschaft".

Gleichsam als Hoffnungszeichen kamen den mehr als 100 Gästen der Ausstellungseröffnung insofern die Sängerinnen des Mädchenchores des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums in Wriezen (Märkisch-Oderland) daher. Zwei von ihnen, Celeste Greupner und Johanna Schönfelder, berichteten vom Engagement der Schüler für den Wiederaufbau der Wriezener Marienkirche.

Unter den Mitautoren der Bildbände, die zur Ausstellungseröffnung aus ihren Erlebnisberichten lasen, waren Dorothee von der Marwitz aus Friedersdorf und Schriftsteller Günter de Bruyn, dessen Herz an der Wulfersdorfer Kirche im Landkreis Oder-Spree hängt. Für deren Hüterin Gisela Werner gab es in Neuhardenberg – stellvertretend für all die anderen Hüter – viel Beifall.

Ausstellung "Kirchen in Brandenburg und ihre Hüter", bis 5. Mai, Schloss Neuhardenberg, Foyer des Großen Saals, Di–So 11–19 Uhr

Märkische Oderzeitung vom 14. März 2011

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