Neuer Glanz für die Senftenberger Peter-Paul-Kirche

SENFTENBERG Das einzigartige Kristall-Deckengewölbe in der evangelischen Peter-Paul-Kirche zu Senftenberg soll genauso wie die Wände, Säulen, Sitzbänke und die Orgelempore eines Tages in ganz neuem Glanz erstrahlen. Das wünscht sich die evangelische Kirchengemeinde schon seit mehr als zehn Jahren. Inzwischen haben die Planungen für eine Kirchraum innensanierung schon sehr konkrete Formen und Konturen angenommen. Doch klar ist auch: Die bisher gesammelten Spendengelder in Höhe von rund 60 000 Euro werden für das Projekt noch lange nicht ausreichen.

 
Pfarrer Manfred Schwarz schaut voller Hoffnung auf das nächste Vorhaben: die lang ersehnte Sanierung des Innenraumes der Peter-Paul-Kirche in Senftenberg. Gut zu erkennen ist auf dem Bild das seltene Zellen- oder Kristallgewölbe.
Foto: Catirn Würz

"Die Farbe an den Wänden und Decken, die Elektrik und die Beleuchtung stammen noch komplett aus dem Jahr 1958, als die Peter-Paul-Kirche nach dem Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren damals endlich wieder eingeweiht werden konnte", erzählt Pfarrer Manfred Schwarz. Seitdem sind 63 Jahre vergangen - und eine Renovierung des Innenraumes ist längst überfällig. Ein Farbkonzept soll deshalb ans Licht bringen, wie das in Brandenburg wohl einmalige Zellengewölbe im Kirchenraum am besten zur Geltung kommen wird. Es ist der eigentliche Schatz des Senftenberger Gotteshauses. Das außergewöhnlich schöne Gewölbe, das anderswo auch Kristall- oder Diamantgewölbe genannt wird, ist vermutlich nach dem Stadtbrand von 1509 in der Senftenberger Kirche eingebaut worden. Es war vom Dresdner Baumeister Arnold von Westfalen (1425-1482) entwickelt worden und findet in der Meißener Albrechtsburg eine besonders meisterhafte Ausprägung.

Doch eine bloße Renovierung der Kirchenwände mit Pinsel und Farbe ist nicht das alleinige Ziel der Senftenberger Überlegungen. "Darüber soll es hinausgehen. Denn wenn wir es einmal anpacken, dann möglichst gleich richtig", sagt Pfarrer Schwarz. Deshalb sollten ein neues Beleuchtungskonzept sowie eine flexible und ökologische Beheizung der Sitzbänke zum Sanierungsplan gehören. Die Kirche soll deshalb keine Heizung für den Dauerbetrieb bekommen, sondern je nach Bedarf zuschaltbare Heizungen in den Bänken. Das spart Bau- und später Betriebskosten. Außerdem soll geprüft werden, ob sich durch bestimmte Umbauten die Akustik und Beschallung des Kirchenraumes verbessern lassen.

"Die Bauarbeiten sollen das Ende der Provisorien einläuten", so der Pfarrer. Einige der Provisorien haben sich schließlich inzwischen seit 60 Jahren im Kircheninneren gehalten. Beispielsweise wird die Kirche zum Teil noch von einstigen Baulampen erhellt, die seit Ende der 50er-Jahre ihren Dienst tun. Einfache Holzspanplatten dichten das Geländer der Orgelempore ab auch dafür will man sich künftig eine gefälligere Lösung ausdenken. Nicht angetastet werden soll dagegen der Fußboden der Kirche, der mit braunen Steingutplatten ausgelegt ist. "Im Fußboden werden wir wohl lediglich die Stolperstellen beseitigen und ausbessern. Mehr wird finanziell nicht möglich sein", ist Pfarrer Manfred Schwarz sicher.

Unantastbar ist zudem der klare und geradlinige Gesamteindruck des Kirchenraumes. "Die einfache und harmonische Schlichtheit der Kirche, die seit Jahrzehnten das Bild bestimmt, wollen wir erhalten." Dazu gebe es einen Konsens mit allen Partnern, die mit der Peter- und Paul-Kirchenngemeinde zusammen den Umbau vorbereiten: Denkmalbehörde, Landeskirche und das Cottbuser Architektenbüro Berger & Fiedler, das mit der Planung für die Innenraumsanierung beauftragt worden ist.

Die Finanzierung der Kirchenverschönerung wird dagegen wohl die größte Herausforderung für das Projekt sein. Da Innenräume von den üblichen Förderprogrammen ausgenommen sind, müssen die Senftenberger Christen die Bausumme wohl überwiegend aus Spenden und eigenen Kirchenmitteln finanzieren müssen. Rund 60 000 Euro sind in den vergangenen Jahren schon für die Innenraumsanierung gespendet worden. Eine Summe, die aber noch lange nicht für die Realisierung ausreicht. Deshalb werden weitere Spenden für das Projekt gesammelt.

In zirka sechs bis sieben Jahren wird die Kirchengemeinde zudem jenen Kredit getilgt haben, der im Jahr 1995 für die Sanierung des Kirchendaches aufgenommen wurde. Erst dann sind wieder Finanzmittel für weitere Projekte frei.

Ob es einen Baubeginn weit vor dieser Jahreszahl geben wird, ist heute noch nicht klar. "Aber wir sind voller Optimismus, dass wir unser Vorhaben schaffen."

Zum Thema:
Die evangelische Peter-Paul-Kirche in Senftenberg besuchen derzeit jährlich etwa 8000 Menschen bei Gottesdiensten, Konzerten, Trauungen und anderen Ereignissen. Spendenkonto: RKVA Niederlausitz (Empfänger); Konto 778800; Bankleitzahl 100 602 37 bei der EDG Berlin; unbedingt angeben: RT 6139, Name, Spendenzweck

Von Catrin Würz

Lausitzer Rundschau vom 30. März 2011

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