Dachdeckermeister spendet Geburtstagsgeld für Kirche

MENSCHEN: Grüninger Gotteshaus soll gerettet werden

GRÜNINGEN - Rund 80 Kirchen in Berlin und Brandenburg hat Wolfgang Blank schon ein neues Dach verpasst. Der Meister seines Fachs war mit seinen Leuten beim Brandenburger Dom dabei, sie arbeiteten auf Ziesars Turmspitze, sanierten in Bücknitz, Eberswalde, Pankow und Wittbrietzen. Noch in diesem Jahr könnte das Grüninger Gotteshaus dazukommen.

Das Dach der seit über 50 Jahren ungenutzten Dorfkirche ist in einem desolaten Zustand. Das Angebot von Dachdeckermeister Blank aus Caputh an das Kirchspiel Wollin (Flämingtor) steht: "Eindeckung und Klempnerarbeiten würden wir samt Material kostenlos ausführen." Das hat Tradition, denn in jedem Jahr sponsert Blank einer Gemeinde seine Handwerksarbeit. Problem in Grüningen: Ohne einen sanierten Dachstuhl macht seine Arbeit keinen Sinn, denn über die Jahre ist viel Holz in dem denkmalgeschützten Gebäude verfault. Doch eine Rekonstruktion des Dachstuhls würde mehrere zehntausend Euro kosten. Geld, das derzeit weder das Kirchspiel Wollin noch der Kirchenkreis Elbe-Fläming übrig hat.

Dachdeckermeister Blank hat deshalb noch eins drauf gesetzt. Zu seinem 60. Geburtstag verzichtete der Caputher auf Blumen und Geschenke. Dafür gab es Geldspenden für die Grüninger Kirche. Den Scheck über 1355 Euro als Startkapital für die Dachstuhlsanierung übergab Blank gestern an den Gemeindekirchenratsvorsitzenden Marco Krause und seine Stellvertreterin Waltraud Schindler. Dazu kommen über 400 Euro, die Blank bei befreundeten Firmen gesammelt hat.

Die Kirchenältesten revanchierten sich als Dankeschön mit einer wunderschönen Bleistiftzeichnung des Wolliner Hobby-Künstlers Erwin Jurkowski. Sie zeigt die Grüninger Kirche. Das Original hatte der Zeichner der Kirchengemeinde gespendet, die limitierte Nachdrucke anfertigen ließ. Blank ist der erste Stifter, der sich über diese Ehrung freuen kann. Die Stifter-Blätter sind Personen vorbehalten, die sich in besonderer Weise um die Rettung des Gotteshauses verdient machen. Das kann neben handwerklicher Unterstützung auch eine größere Geldspende sein. Ein dichtes Dach ist Voraussetzung für eine weitere Sanierung an der Außenfassade und im Kircheninnern. (Von Frank Bürstenbinder)

Märkische Allgemeine vom 08. April 2011

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