Neuer Glanz fürs Gotteshaus

SANIERUNG: Evangelische Kirche in Hennigsdorf erhält Rundumerneuerung

HENNIGSDORF - Die Entscheidung fiel kurz vor Ostern: Das Fest kann noch nicht in der sanierten Kirche stattfinden, sondern muss im Gemeinderaum zelebriert werden. Für Pfarrer Clemens Liepe kein Problem. Wichtiger ist ihm, dass die Sanierung der Martin-Luther-Kirche in Hennigsdorf konsequent zu Ende gebracht wird.

So ist denn auch jetzt der Beschluss gefasst worden, den Glockenstuhl zu erneuern. Denn der alte Stahl im Turm zerbeult nach einem Granatentreffer im Krieg ist nicht mehr zu beschichten. Außerdem sei die Aufhängung der Glocken nicht mehr in Ordnung. Liepe schätzt das Kostenvolumen für die Erneuerung des Glockenstuhls auf 16 000 Euro. Die Sanierung der Kirche war mit 360 000 Euro veranschlagt. Liepe ist optimistisch, dass die Gemeinde mit Zuschüssen der Stadt Hennigsdorf, der Landeskirche und des Kirchenkreises Berlin/Nordost das Vorhaben stemmen kann. Höchst willkommen war da das Angebot des Hennigsdorfer Malermeisters Frank Kersten, das Kircheninnere kostenlos zu streichen. Und ein Ehepaar aus Hennigsdorf hat insgesamt 1500 Euro für die Sanierung der Bleiglasfenster gespendet. Diese sind in einer Spezialwerkstatt in Dresden nach den Originalentwürfen, von einer Mitarbeiterin des Landesdenkmalamtes in einem Berliner Archiv entdeckt, komplettiert und neu gekittet worden. Die Kirchenorgel, die während der Innenarbeiten komplett in einem Holzkasten geschützt worden war, ist gerade wieder gestimmt worden.

Von außen erstrahlt die Kirche schon in neuem Glanz. Nach zähem Ringen mit dem Denkmalschutz hat das Kirchendach nun wieder eine Dachrinne erhalten. Biberschwanzziegel und Kupferabdeckungen schmücken das Dach. Endlosen Streit gab es um den behindertengerechten Zugang zur Kirche. Nachdem mehrere Gutachten für mehrere 1000 Euro erstellt werden mussten, ist nun doch die Ursprungsvariante genehmigt worden. Das Erdreich wird leicht steigend bis zur obersten Treppenstufe wie eine Rampe angehoben.

Ob die Kirche zu Pfingsten wiedereröffnet werden kann? Pfarrer Liepe will keinen Termin nennen. Die Trockenlegung des Fundaments stelle sich umfangreicher als gedacht dar, sagt er. (Von Marion Bergsdorf)

Märkische Allgemeine vom 23. April 2011

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