Kirchturmspitze wird saniert

DENKMAL: Haager Gotteshaus muss Notdach aber noch behalten, bis der Turm 2012 restauriert ist

HAAGE - Hämmern, bohren sägen. Von Friedhofsruhe konnte in den vergangenen Tagen an der Kirche in Haage keine Rede sein. Die zu vernehmenden Baugeräusche hörte man im Dorf aber trotzdem gern. Denn Handwerker der Zimmerei Kreusch sind derzeit dabei, die marode Kirchturmspitze zu erneuern, nachdem sie im Juli vergangenen Jahres am Kranhaken zur Erde geschwebt war.

Über den Beginn der Bauarbeiten am 11. April freut sich auch Pfarrer Mathias Wohlfahrt. "Ich bin doch überrascht, dass es relativ schnell gelungen ist, die Sanierung in Angriff zu nehmen", sagt er und verweist zum Vergleich auf Wutzetz. Dort war die Spitze schon 1962 abgenommen worden. Aber noch immer wartet der Turm auf seine Komplettierung.

Dass es in Haage so schnell ging, hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass die Finanzierung recht zeitig stand. So hat ein Einwohner des Ortes, der nicht genannt werden will, eine nicht unerhebliche Summe dazu beigesteuert. Weitere Gelder kommen vom Kirchenkreis Nauen-Rathenow und von der Landeskirche.

Momentan gehört schon viel Phantasie dazu, um sich vorzustellen, dass aus dem Holzgerippe mal wieder ein repräsentativer Abschluss des Kirchturmes werden soll. Im Wesentlichen ragt derzeit nur ein langer Holzbalken in den Himmel, der Kaiserstiel. Alle anderen Teile werden die Handwerker, die auch schon an der Erlöserkirche Potsdam und an der Kirche Geltow tätig waren, rundherum neu montieren. Soweit es geht, sollen alte Teile wieder Bestandteil der neuen Spitze sein. Schon in etwa sechs Wochen will man die Holzkonstruktion wieder soweit hergestellt haben, dass die Dachdecker ans Werk gehen können.

Mit der Fertigstellung der Spitze in etwa zwei Monaten ist es aber noch lange nicht getan. Denn in einem weiteren Bauabschnitt muss erst noch der Turm saniert werden. So sind das Mauersims und der Ringanker aus Eiche zu erneuern sowie vom Regen beschädigte Hölzer auszutauschen. Des Weiteren müssen an der Fassade Fugen ausgebessert und Schäden aus Kriegszeiten behoben werden. Gab es doch 1945 mehrere Einschläge im Turm. "Das wird alles noch einmal richtig Geld kosten", sagt Pfarrer Wohlfahrt. Etwa 120 000 Euro sind dafür veranschlagt. Um die Summe aufbringen zu können, bemüht er sich um Spenden und will auch einen Fördermittelantrag ans Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung stellen. Und er freut sich darüber, dass der Ritterorden Cordon Bleu du Saint Esprit aus Potsdam seine Bereitschaft erklärt habe, Geld für die Kirche zu spenden.

Da die Vorbereitungen und die Bauarbeiten am Kirchturm eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, wird die Turmspitze erst 2012 wieder aufgesetzt werden können dann mit einer neuen Kugel aus Kupfer.

Auch für Karl-Heinz Lauenstein, Vorsitzender des 2010 neu ins Leben gerufenen Gemeindekirchenrates, war es höchste Zeit, dass etwas geschieht. "Andere Kirchen wie in Senzke und Wagenitz sehen auch von außen sehr gut aus." Er ist froh, dass dies in Haage bald ebenso sein wird. "Aber auch mit der Trauerhalle müsste irgendwann etwas passieren", sagt er. (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 23. April 2011

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