Sanierungsauftakt am Dom des Oderbruchs

Neuküstrinchen (moz) Wegen Bauarbeiten geschlossen: Ein Schild an der Kirchentür in Neuküstrinchen weist die Besucher auf das große Bauvorhaben hin. In drei Abschnitten soll der "Dom des Oderbruchs" bis 2013 saniert werden. An den Kosten sind die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis und die Landeskirche beteiligt.

 
Vorbereitung: Bevor es mit der Sanierung der Kirche in Neuküstrinchen richtig losgeht, schützen die Handwerker das Inventar. Jürgen Kaiser von der Müncheberger Baugesellschaft sägt die Latten für die Umbauung zu, die den Altar und die Kanzel schützen.
© MOZ/OLIVER VOIGT

Die Gerüstbauer haben ihr Werk bereits begonnen. Der gesamte Nordflügel der Kirche in Neuküstrinchen muss eingerüstet werden innen und außen. "Geplant ist die Dachsanierung, einschließlich Zwischendecke und Dachstuhl", erklärt Ulrich Köhler, Vorsitzender der Kirchgemeinde Neuküstrinchen, das große Vorhaben.

Der Schwamm hat dem zwischen 1878 und 1880 errichteten Bauwerk stark zugesetzt. "Mit den Jahren ist das Dach immer undichter geworden", sagt Köhler. "Die Schieferplatten überlappen nicht richtig und so konnten Wind und Regen in den Dachstuhl eindringen." Im Jahr 1960 war das Dach zuletzt saniert worden. Und während die Kirche in nur zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde, sind nun drei Jahre für die Sanierung angesetzt.

Im ersten Bauabschnitt wird die nördliche Seite gemacht, im zweiten die südliche Seite und im dritten folgen der Turm mit dem Glockenstuhl und die Fassade. "Vor allem der Sockel muss verfugt werden", sagt Ulrich Köhler.

Das Geld dafür bringen die Kirchgemeinde, der Kirchenkreis, die Landeskirche und der Kollektenverbund auf. Auch fließen 135 000 Euro aus dem Staatskirchenvertrag in die Sanierung. Die Eigenmittel liegen bei knapp 115 000 Euro. Ob die Kalkulation am Ende stimmt, kann im Moment noch niemand abschätzen. Die Wände sind nass, die Balken marode. "Rund zwei Drittel der Dachsparren und Auflieger sind verfault", schätzt Ulrich Köhler.

Bereits im Jahr 2001 sollte der Turm des Gotteshauses saniert werden. "Es wurde eine Firma beauftragt, ein Gutachten zu erstellen", erinnert sich Köhler. "Dabei wurde der schlafende Schwamm festgestellt, aber der Turm war in der Kostenschätzung nicht aufgelistet." Deshalb sei damals nicht mit der Sanierung begonnen worden. Inzwischen sind die Schäden jedoch unübersehbar: Dort wo sich die Dachfenster befinden, sind die darunterliegenden Balken marode, die Farbe blättert von den nassen Wänden. "Am schlimmsten ist es natürlich im Nordteil, der Wetterseite", schildert Köhler.

Die Bauleute nahmen gestern den Kronleuchter, der in den 1920er-Jahren auf Elektrik umgerüstet wurde, wie Köhler berichtet, ab und rüsteten den Altar und die Kanzel ein. Spanplatten sollen das historische Inventar während der Bauzeit schützen. Im südlichen Kirchenschiff müssen in der zweiten Bauphase auch die Gedenktafeln an die Opfer beider Weltkriege ausgelagert werden, um sie zu schützen. "Bei der Orgelumbauung muss noch eine Tür eingebaut werden, damit das Instrument bespielbar bleibt", so Köhlers Bitte an die Handwerker.

Er hofft, dass der erste Abschnitt der Kirchensanierung bis zum Herbst abgeschlossen werden kann. "Genaueres wird sich jedoch erst nach der nächsten Bauberatung sagen lassen", so Köhler weiter. Die findet am 10. Mai um 10 Uhr statt. Bereits am 4. Mai wird das Holz geliefert, um die Balken auszutauschen und mit der Sanierung beginnen zu können.

Spendenkonto für den "Dom des Oderbruchs": Evangelische Darlehensgenossenschaft, Bankleitzahl: 210 602 37, Kontonummer: 13 77 87 70.

Märkische Oderzeitung vom 28. April 2011

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