Turm bekommt zwiebelförmigen Aufsatz

DENKMAL: Baubeginn an der Roddaner Kirche am 15. Juni / Benefizkonzert am 28. Mai

RODDAN - Norbert Merten, Vorsitzender des Bauarbeitskreises des Kirchenkreises Havelberg-Pritzwalk, freute sich, dass rund 40 Interessenten kürzlich gekommen waren, um die Kirchen von Roddan, Quitzöbel (spätgotischer Backsteinbau), Legde (Backsteinkirche des 15. Jahrhunderts), Abbendorf (Backsteinkirche des 15. Jahrhunderts) und Gnevsdorf (Fachwerkkapelle aus dem 18. Jahrhundert) zu besichtigen. "Wir machen zwei Mal im Jahr solche Touren, um uns einfach ein Bild von der Situation der kirchlichen Gebäude zu machen. Was ist passiert, was ist weiter zu machen? Neben denen, die baufachliches Interesse haben, kommen von Jahr zu Jahr mehr mit, die unter sachkundiger Führung nur die Kirchen kennenlernen möchten."

Im Haushalt des Kirchenkreises sind in diesem Jahr 55 000 Euro für die Sanierung kirchlicher Gebäude eingeplant, hinzu kommen Mittel aus den Gemeinden und Fördermittel verschiedener Geldgeber. So soll der Turm der Roddaner Kirche wieder seinen zwiebelförmigen Aufsatz bekommen. Kürzlich tauchte die Original-Baugenehmigung von 1912 mit entsprechenden Zeichnungen auf. Baubeginn soll am 15. Juni sein. Bauingenieurin Annette Schulze aus Grube betreut das 30 000 Euro umfassende Projekt: "Die Ausschreibung für die erforderlichen Arbeiten läuft. Die Wetterfahne ist bereits in Arbeit", sagte sie. Musiker der Kreismusikschule Prignitz beteiligen sich mit einem Benefizkonzert am 28. Mai um 14 Uhr an der Finanzierung. Die Roddaner Fachwerkkirche ist eine Erfolgsgeschichte, sollte das Gotteshaus doch 1977 abgerissen werden. "Die Genehmigung war mit Zustimmung der Kirchgemeinde erteilt. Es ist ein Glücksfall, dass dies nicht passierte." Was Merten damit meinte, offenbarte sich im Inneren des 1680 erbauten Gebäudes: Die einmaligen Balkenbemalungen, die 2006/07 restauriert wurden. 1994 hatte man mit der Sanierung begonnen. (Von Wolfram Hennies)

Märkische Allgemeine vom 20. Mai 2011

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