Frauenhorster sammeln weiter Geld für Kirche

FRAUENHORST Für den kleinen Herzberger Ortsteil Frauenhorst ist die Sanierung der im 14. Jahrhundert errichteten Dorfkirche eine Mammutaufgabe. Jetzt ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Am Sonntag kommt zum Kirchenfest auch der nach Herzberg ausgelagerte Marienaltar zurück.

 
Frank Rauh (l.) und Gerd Hempel von der Firma Heinze Bau aus Rehfeld verfugen die Südwand der Frauenhorster Kirche.
Foto: Rudow

Bauberatung in Frauenhorst das kommt nicht oft vor. Doch seit dem vergangenen Herbst, als die Sanierung der Kirche begann, treffen sich die Spezialisten hier regelmäßig wie vor wenigen Tagen Architekt Onno Folkert, der Chef des Rehfelder Baubetriebes Hans-Jörg Heinze und die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Heike Bachmann.

Am Ostgiebel ist der Raseneisenstein, der am gesamten Gebäude massiv gebröckelt hat und herauszufallen drohte, wieder aufgearbeitet. Diese Arbeiten werden derzeit auch an der Nordseite verrichtet. Der Giebel wurde von oben verschlossen, damit kein Wasser mehr in die Kirche laufen kann, die Deckenbalken und Deckenköpfe wurden zum Teil erneuert und einige Mauerlatten ergänzt. "Mit dem bisher Erreichten sind wir sehr zufrieden. Jetzt muss es Stück für Stück weitergehen", sagt Onno Folkert.

57 000 Euro stehen für die Kirchensanierung in Frauenhorst zur Verfügung. Sie stammen vom Kirchenkreis, von der Kirchlichen Baudenkmalstiftung und aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde. 37 000 Euro sind bereits ausgegeben. "Wir müssen gemeinsam gut überlegen, was wir mit den restlichen 20 000 Euro noch bewältigen können", meint Heike Bachmann. Die Spezialisten haben sich darauf geeinigt, das Geld für die Dachschwellen auszugeben, die Kirchenfenster in Ordnung bringen zu lassen und den Innenbereich an der Ostwand bis zur Empore zu streichen. Dazu gebe es genaue Vorgaben von den Restauratoren, sagt der Architekt. Weitergeführt werden auch die Arbeiten an der Fassade.

Heike Bachmann strahlt. "2005 hat es die ersten Überlegungen zur Sanierung unserer Dorfkirche gegeben, 2007 haben sich Planer erstmals mit dem Vorhaben befasst. Jetzt tragen die Bemühungen endlich Früchte, und wir als Kirchengemeinde haben viel dazu beigetragen. Nur die Orgel, die muss noch warten", sagt sie.

Zum Kirchenfest am kommenden Sonntag soll wieder Geld für die Kirchensanierung gesammelt werden. Auf die Festbesucher wartet aus diesem Anlass noch ein besonderer Höhepunkt. Der Marienaltar aus der Cranachschule, der 2008 untersucht, restauratorisch gesichert und dann in der Stadtkirche in Herzberg untergestellt war, wird am Sonntag wieder seinen Platz auf dem Altarsockel der Frauenhorster Kirche finden. Der alte Sockel aus den 30er Jahren, auf dem der Schrein bisher stand, wird abgerissen. "Gegen 15 Uhr trifft der Altar am Sonntag in Frauenhorst an der Gaststätte ein. Von dort begleiten wir ihn in einem Zug durch den Ort in unsere Kirche", sagt Heike Bachmann. Am 26. Juni wird die Wiederkehr des Altars offiziell gefeiert. Dann lässt Kantor Gerhard Noetzel auch die Lochmann-Orgel erklingen.

3. Kirchfest am Sonntag

Wenn der Altar in der Kirche aufgestellt ist, beginnt um 15.30 Uhr ein Gottesdienst mit Pfarrerin Jutta Noetzel. Ab 16.30 Uhr gibt es im Hof der Gaststätte "Zur Erholung" Deftiges vom Grill, musikalische Einlagen mit der Gruppe "Liederhorn" und Kinderspiele. Die Gottesdienstkollekte und Spenden der Frauenhorster sollen für die weitere Sanierung der Dorfkirche genutzt werden.

Von Birgit Rudow

Lausitzer Rundschau vom 25. Mai 2011

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