Finower Kirche erhält dichtes Dach

Eberswalde (moz) Gemeindepädagoge Martin Appel ist seinem Ziel ein ganzes Stück näher. Nach dem Fensterfest, das er 2009 in der Evangelischen Kirche Finow feiern konnte, kann jetzt mit der Dachsanierung begonnen werden. Inzwischen spart der rührige Pfarrer für die Rekonstruktion des Apsis-Himmels.

 
© Knut Bräuer

"Ich kann erst in Rente gehen, wenn die Finower Kirche saniert ist", hatte Martin Appel vor einigen Jahren eher scherzhaft verkündet. Inzwischen hat sich im Finower Gotteshaus viel getan. Die Bleiglasfenster im Altarraum sind erneuert, die Fugen der Südseite saniert, die ersten bis sechsten Bankreihen mit Heizungen ausgestattet. Mit dem Einbau der letzten sechs großen Fenster auf der Nordseite im Jahr 2009 hat es Martin Appel geschafft, alle Fenster der Kirche zu erneuern. Inzwischen wurde auch der Weg vom Bürgersteig bis zum Haupteingang der Kirche gepflastert.

An Ruhestand ist dennoch längst nicht zu denken. Mit der Sanierung des Kirchendaches steht Martin Appel vor der nächsten Herausforderung. Rund 17 000 Euro wird die Baumaßnahme, die im Sommer beginnen soll, kosten. 8000 Euro davon kommen vom Kirchenkreis, 9000 Euro hat die Gemeinde noch in der Kasse. Die denkmalsrechtliche Genehmigung des Landkreises Barnim und die kirchenaufsichtliche Genehmigung vom Bauamt des Konsistoriums Berlin liegen inzwischen vor. Mit den Arbeiten wurde eine Spezialfirma aus Prenzlau beauftragt.

Ist das Dach wieder dicht, hat Appel schon das nächste Ziel im Visier. Dann soll es an die Innenrestaurierung gehen. Den finanziellen Grundstock hat sich der Finower schon gesichert. Als er am 22. Mai seinen 60. Geburtstag feierte, wünschte er sich weder Blumen noch Geschenke, sondern Spenden für den Apsis-Himmel. Die vielen Gäste, die ihm zum Runden gratulieren wollten, kamen nicht mit leeren Händen. In der Spendenkasse fanden sich am Ende 2745 Euro. Dass diese Summe bei weitem nicht ausreicht, das Deckengewölbe fachmännisch restaurieren zu lassen, dessen ist sich Martin Appel sicher. Zwischen 20 000 und 25 000 Euro schätzt er, wird die Erneuerung über der Apsis kosten. "Ich möchte trotzdem allen danken, die dafür bereits gespendet haben", sagt der Gemeindepädagoge.

Erbaut wurde die Kirche in Finow zwischen 1889 und 1891. In dieser Zeit entstand vermutlich auch die Malerei über dem Altar. Ob die heute noch sichtbaren Farben im Original erhalten geblieben sind, lässt sich nicht sagen. In einem Bericht des Evangelischen Kirchlichen Bauamtes vom 27. Juni 1928 heißt es, dass infolge von Nässe "ein neuer Anstrich und Ausmalung der Kirche dringend erforderlich ist". "Diese Erneuerung wurde dann auch umgesetzt, nach Zeichnungen des Kirchenmalers Paul Thol aus Berlin", erklärt Martin Appel.

"Wachet, betet, freut euch, sorget nichts, seid dankbar", steht auf den Tüchern geschrieben, die von je zwei Engeln festgehalten werden. "Man muss nach oben schauen und sich Zeit nehmen. Dann erst nimmt man die Botschaft wahr. Uns zugerufen zur Stärkung, zum Trotz, zugerufen, um uns Hoffnung zu geben für unser Leben, für unsere Welt", erklärt Martin Appel die Botschaften des Himmels in seinem Haus.

Fünf Jahre hat der Finower jetzt Zeit, sein vorerst letztes großes Ziel zu verwirklichen. Ob er dann tatsächlich in den Ruhestand geht, bleibt abzuwarten.

Spenden Kennwort Apsis-Gewölbe unter Konto-Nr. 3594110004, Bankleitzahl 10090000 bei der Berliner Volksbank

Märkische Oderzeitung vom 06. Juni 2011

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