Dörrwalder Kirchturm wächst in die Höhe

DÖRRWALDE Eingerüstet und durch Bauzäune verdeckt, wächst derzeit in Dörrwalde der neue Kirchturm in die Lüfte. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird das etwa 30 Meter hohe, neue Wahrzeichen in dem kleinen Ortsteil von Großräschen fertig sein. Die Vorfreude bei den Dörrwaldern ist aber schon jetzt riesengroß. Am Samstag wurde deshalb in und neben dem Gotteshaus ein Turmfest gefeiert.

 
Zusammen mit Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert (r.) und Astrid Subatzus vom Gemeindekirchenrat freuen sich auch die Dörrwalder Kinder über die sichtbaren Baufortschritte beim Kirchturmbau.
Foto: Rasche/str1

"Schließlich wollen wir unsere schöne Kirche mit Leben erfüllen und kein Museum mit einem neuen Turm entstehen lassen", meinte Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert am Rande des Festes mit einem verschmitzten Lächeln. Zwar kann momentan auch die restaurierte Teschner-Orgel kaum genutzt werden, da das Instrument im Zuge der laufenden Bauarbeiten vor übergehend stillgelegt wurde. Dass die Dörrwalder Kirche in der jetzigen Phase trotzdem ein guter Ort für ansteckende Fröhlichkeit sein kann, bewiesen die Gemeindemitglieder gleich zum Beginn des Turmfestes mit einem erfrischenden Musikprogramm.

Dabei ist der aktuelle Turmbau für die Evangelische Kirchengemeinde von Großräschen, zu der auch die Dörrwalder Christen gehören, ein echtes Mammutprojekt. Lange Zeit schien der Wiederaufbau des Mitte der 1970er-Jahre eingestürzten Kirchturmes ein unerreichbares Ziel zu bleiben. Im April 2010 hielten dann Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert und der Gemeindekirchenrat doch noch einen bestätigten Förderbescheid aus dem Programm zur integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) in den Händen. "Aber die Sorgen haben uns auch seit dem ersten symbolischen Spatenstich zur 600-Jahrfeier von Dörrwalde im vorigen Sommer begleitet", sagt Astrid Subatzus, die Vertreterin Dörwaldes im Gemeindekirchenrat von Großräschen.

Erst beim Rückbau des alten, provisorisch hergerichteten Turmstumpfes stellten Statiker fest, dass der neue Kirchturm für das vorhandene Feldsteinmauerwerk im Baugrund zu schwer werden würde. "In Abstimmung mit den Denkmalschützern fiel dann die Entscheidung, den neuen Kirchturm um das alte Mauerwerk zu errichten. Als sicheres Fundament wurde eine Pfahlgründung aus Betonsäulen hergestellt, die neun Meter tief in die Erde reicht", schildert Astrid Subatzus kurz den immensen Aufwand, der auf der Baustelle an der Dörrwalder Kirche bereits betrieben wurde. Die Kostenschätzungen für das Bauvorhaben belaufen sich mittlerweile auf etwa 400 000 Euro. "Zum Glück hat das Land unserem erweiterten Förderantrag aus dem ILE-Programm zugestimmt", zeigt sich Pfarrerin Dorothee Lange-Seifert dankbar.

Dennoch müsse die Großräschener Kirchengemeinde den 25-prozentigen Eigenanteil allein schultern. Dies sei ein erheblicher Kraftakt. Gegenwärtig haben die Maurer beim Errichten des neuen Kirchturms das zweite Obergeschoss erreicht. "Wir hoffen sehr, dass in den kommenden Wochen vielleicht der Orgelbalg wieder eingebaut werden kann. Eine nutzbare Orgel wäre ein schönes Geschenk zum Erntedankfest im Herbst", nennt Pfarrerin Lange-Seifert das nächste Ziel.

Zum Thema:

Schwierig gestaltet sich der heimliche Dörrwalder Wunsch, im Zuge der Bauarbeiten auch noch den angedachten Glockenstuhl sowie die neuen Kirchglocken zu beschaffen. Deshalb freut sich die Kirchengemeinde über jede Geldspende zur Unterstützung ihrer Pläne. Ein Spendenkonto der Evangelischen Kirchengemeinde Großräschen ist bei der Sparkasse Niederlausitz, Kontonummer: 3030005312, Bankleitzahl: 18055000, eingerichtet.

Von Oliver Sobe

Lausitzer Rundschau vom 27. Juni 2011

   Zur Artikelübersicht