Alte Autos fahren für alte Kirchen

BENEFIZ: Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg organisiert mehrtägige Rallye / Abstecher in den Landkreis Teltow-Fläming

Der Förderkreis Alte Kirchen organisiert für Anfang September eine Oldtimer-Rundfahrt zu Dorfkirchen im südlichen Brandenburg. Mit Hans Krag vom Förderkreis unterhielt sich Martina Burghardt.

MAZ: Wie kamen Sie auf die Idee zu dieser Rallye und was versprechen Sie sich davon?

Hans Krag: Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg bemüht sich bereits seit der Wende mit Erfolg um die Erhaltung von Dorfkirchen in Brandenburg. Leider ist das Thema bei vielen Leuten im Lande nicht besonders wichtig, weshalb wir über ein anderes Medium, hier die Oldtimer als Hingucker vor den Kirchen, Aufmerksamkeit erzeugen wollen, um dann auf die Notwendigkeit des Erhalts von kulturell bedeutenden Bauwerken in unserer Umgebung, wie es die Dorfkirchen als "Visitenkarten des Dorfes" sind, hinzuweisen. Am 10. September werden drei Dorfkirchen im Bereich Luckau/Dahme besucht. Dabei ist auch ein Abstecher nach Waltersdorf im Niederen Fläming geplant.

Woher kommen die Oldtimer und ihre Besitzer, wie groß ist das Interesse?

Krag: Das Interesse ist sehr groß, wie die Kontakte auf den Webseiten des Förderkreises (www.altekirchen.de) und des Automobilclubs von Deutschland (AvD) (www.dorfkirchen-rallye.de) zeigen aus allen Gegenden Deutschlands, vor allem aber aus Brandenburg und Berlin. Weil der Rallye-Termin am 9. und 10. September aber so fern erscheint, haben wir bisher noch nicht die notwendige Zahl von Anmeldungen. Wegen der erforderlichen Vorbereitungen haben wir den Anmeldeschluss auf den 15. Juli festgelegt und hoffen auf zahlreiche Oldtimerfreunde.

Können auch hiesige Oldtimer mitfahren?

Krag: Selbstverständlich können hiesige Oldtimerfreunde mitfahren, falls sie das gesamte Programmpaket in Anspruch nehmen.

Müssen die Teilnehmer eine Gebühr bezahlen?

Krag: Ja, ein Startgeld pro Fahrzeug darin sind die Abendessen im Schlosshotel an den Fahrttagen enthalten, also auch das Festbankett mit dem Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse und Übernachtungskosten. Das ist nicht billig, aber wir haben es hier ja nicht nur mit einer reinen Autofahrt zu tun.

Es gewinnt sicher nicht der Schnellste. Wie (und was) kann man bei dieser Oldtimer-Rallye gewinnen?

Krag: Die Teilnehmer haben in den Stadtzentren von Finsterwalde und Luckau, wo es auch Präsentationen gibt, Gleichmäßigkeitsprüfungen zu absolvieren und in den besuchten Dorfkirchen jeweils drei Fragen zu beantworten. Es geht nicht um Zeit. Die besten Teilnehmer erhalten Pokale aus der Hand von Herrn Thierse.

Was erwarten Sie sich vor Ort von den Einwohnern oder Kirchengemeinden?

Krag: Die Mitglieder von Kirchenfördervereinen oder der Gemeinde wollen zum Teil mit eigenen Veranstaltungen bei der Rallye präsent sein. Das kann ein Kaffee- und Kuchenbuffet sein, ein Orgelspiel oder was die Fantasie sonst noch eingibt. Die Dorfbewohner werden erleben, dass ihr Dorf nicht abseits liegt, sondern auch von außerhalb wahrgenommen wird und entdecken, was sie für einen Schatz mit ihrer Kirche haben. Berechtigter Lokalstolz kann dazu führen, dass das Dorf seine eventuell bisher vernachlässigte Kirche wieder "annimmt" und sich kümmert.

Wie haben Sie Wolfgang Thierse überzeugt, die Sieger zu ehren?

Krag: Herr Thierse ist Schirmherr des Förderkreises und hat sich schon oft für dessen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Bei seinem knappen Zeitplan muss er auswählen, wo er teilnimmt. Seine Anwesenheit verleiht dieser Initiative eine gesellschaftliche Bedeutung und macht das Anliegen des Förderkreises Alte Kirchen eindringlich bewusst. Wir hoffen, dass die Bevölkerung diese Unterstützung würdigt und sich in der Folge auch selbst mehr engagiert.

Anmeldeschluss: 15. Juli. Programm der 1. Dorfkirchen-Oldtimer-Rallye 2011 auf: www.altekirchen.de.

Märkische Allgemeine vom 09. Juli 2011

   Zur Artikelübersicht