Altarbild kehrt zurück

KIRCHE: Triptychon schmückt wieder das Paretzer Gotteshaus / Vor 200 Jahren war es dort erstmals zu sehen

 
Hans-Wolfgang Keil vom Gemeindekirchenrat freut sich über die Rückführung des Altarbildes.
Foto: MAZ/ Balzer

PARETZ - Ein wertvolles Kleinod ist in die Paretzer Dorfkirche zurückgekehrt. Das dreigeteilte Altarbild (Triptychon) "Die Einsetzung des Heiligen Abendmahles" wurde nach seiner Restaurierung und 15-jährigen Einlagerung im Paretzer Schloss wieder in der denkmalgeschützten Ortskirche aufgestellt.

Nachdem das von den damals jungen Berliner Künstlern Karl Wilhelm Wach und Wilhelm Schadow gemalte Kunstwerk bereits 1806 und 1808 auf Ausstellungen der Berliner Akademie für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, kaufte es König Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1809 und bestimmte es als Geschenk für die Paretzer Dorfkirche.

Hier war es 1811 erstmals für die Kirchenbesucher zu sehen. Es zeigt im Mittelteil Christus mit den Jüngern Matthäus und Johannes bei der Einsetzung des Heiligen Abendmahles. Auf der linken Tafel ist der Apostel Paulus und auf der rechten der Apostel Petrus dargestellt.

Unbekannt ist, an welcher Stelle es einst die Kirche schmückte. Wie Hans-Wolfgang Keil, Baubeauftragter im Gemeindekirchenrat, berichtete, stand das Altarbild bis 1961 am beziehungsweise hinter dem Altar. Danach hing es bis zu seiner Restaurierung 1996 im Innenraum der Kirche links neben der Königsloge. Diese Wand hat aber, so wie der gesamte Innenraum, inzwischen die historische Farbfassung von 1797 wiedererhalten. Somit ist jetzt kein Platz mehr für das Gemälde.

Aus historischen Quellen ist bekannt, dass bis zur Neugestaltung der Kirche und dem Einbau des so genannten Bohlenbinderdaches sowie bis zur illusionistischen Ausmalung des Innenraumes nach Plänen von David Gilly auch keine Gemälde den Kircheninnenraum schmückten. Deshalb ist auch nicht vorgesehen, die anderen wertvollen Kirchenbilder, ebenso wie das Tauf- und das Abendmalsgeschirr alles Schenkungen des Königs wieder dauerhaft in der Kirche aufzuhängen beziehungsweise auszustellen.

"Auf die illusionistische Ausmalung passen die Gemälde nicht mehr. Sie würden diese zudecken", sagt Keil. Das sei auch so mit der Denkmalbehörde abgestimmt. Diese wertvollen Leihgaben der Kirche werden derzeit im Schloss aufbewahrt und waren bisher nur einmal im Jahr zu besichtigen. Sie sollen bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Nach der Restaurierung im Jahre 1996 wurde das Altargemälde aus Anlass des 300-jährigen Bestehens der Berliner Akademie der Künste in deren Jubiläumsausstellung gezeigt und wegen der geplanten kompletten Restaurierung der Dorfkirche zunächst nicht wieder aufgestellt. Da diese jetzt beendet ist, beschloss der Gemeindekirchenrat, dem bisher im Schloss weitgehend unzugänglichen Kunstwerk wieder einen würdigen Platz hinter dem Altar zu geben. Die dafür nötige Stützkonstruktion wurde mit Spenden finanziert und vom Schlossereiservice Helmut Fritz aus Ketzin aufgebaut. Die evangelische Kirchengemeinde wird aus Anlass des 200. Jahrestages der Schenkung durch Friedrich Wilhelm III. und der Rückführung des Altarbildes am 17. Juli um 10 Uhr einen festlichen Abendmahlsgottesdienst feiern. (Von Wolfgang Balzer)

Märkische Allgemeine vom 11. Juli 2011

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