Neue Biberschwänze für alten Dom

Neuküstrinchen (moz) Es ist Halbzeit im ersten Bauabschnitt am Dom des Oderbruchs in Neuküstrinchen. Bei der gestrigen Baubesprechung zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten.

 
© MOZ/Nadja Voigt

"Alles ist im Plan", sagte Frank Fischer vom Ingenieurbüro IBS in Hoppegarten. Auf dem Gerüst ließ er sich von den Mitarbeitern der Baufirma die neuesten Baumaßnahmen zeigen. Seit Ende Mai arbeiten die verschiedensten Gewerke an dem zwischen 1878 und 1880 errichteten Gotteshaus.

Schwamm und Schimmel hatten den Balken im Dachstuhl stark zugesetzt, sodass nun unter anderem die Sparren­bereiche saniert und Balkenköpfe ausgetauscht werden mussten. Auch sind inzwischen alle Schieferplatten, mit denen das Gotteshaus im vergangenen Jahrhundert gedeckt wurde, abgenommen worden. Sie werden nun, wie es zur Entstehungszeit der Kirche auch war, mit Biberschwänzen gedeckt. In Abstimmung mit der Baufirma hat sich die Kirchengemeinde für einen wenig gerillten Dachstein mit einer wenig ausgeprägten Rundung entschieden. "Die Dachsteine werden noch in diesem Herbst verlegt", versichert Ingenieur Frank Fischer.

Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun: Maurer Reinhard Zickrick hat mit den Gesimssteinen alle Hände voll zu tun. "Das Gesims war abgesackt", berichtet der Handwerker. "Nun haben wir zum Teil neue Gesimssteine eingesetzt und damit die alten ausgetauscht." Die Steine seien sozusagen Maßanfertigungen und extra für die Kirche in Neuküstrinchen gebrannt 
worden.

"Auch sind die Balken nun luftumspült", erklärt Zickrick. "So können sie nicht mehr wegfaulen." Denn das war das große Problem vor der Sanierung, als reihenweise die Balkenköpfe verfaulten, weil unter anderem die Steine zu eng am Holz anlagen. Darüber hinaus gibt es Auflagen vom Bauamt, die nun umgesetzt werden müssen. Dazu zählt die Ausweisung der Fluchtwege, die bei allen Beteiligten Kopfschütteln verursacht, aber scheinbar unumgänglich ist.

"Das ist eine Auflage in der Baugenehmigung", erklärt Frank Fischer. Dazu gehört auch das Anbringen von Handfeuerlöschern. "Vermutlich weil die Kirche auch für Konzerte genutzt werden soll", mutmaßt Fischer. Auch ein Brandschutznachweis steht noch aus.

Spendenkonto: Evangelische Darlehensgenossenschaft, Bankleitzahl: 210 602 37, Kontonummer: 13 77 87 70

Märkische Oderzeitung vom 04. August 2011

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