Gotteshaus erhält barocken Glanz zurück

NIEBENDORF In der Niebendorfer Kirche wird Ende August die Restaurierung der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Deckenausmalung beginnen. Für die engagierte Kirchengemeinde ist es die vierte Etappe auf dem Weg, das Gotteshaus mit seiner nahezu komplett erhaltenen Barockausstattung wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Lottomittel in Höhe von 8500 Euro hatte Ministerpräsident Matthias Platzeck Anfang August dafür zur Verfügung gestellt.

 
Nach dem Altaraufsatz erstrahlt auch die Kanzel wieder in neuem Glanz. Nur die gedrehten Säulen an der achteckigen Holzkonstruktion aus dem 18. Jahrhundert fehlen noch. Gertrud Lehmann, Almut Niklowitz, Gerd Queißer und Werner Rändel (v.l.) vom Gemeindekirchenrat freuen sich, dass ohne Verzögerung Ende August mit der Restauration der Deckenausmalung begonnen werden kann.
Foto: Birgit Keilbach/bkh1

Von außen ist der mittelalterlichen Feldsteinkirche ihre prächtige Ausstattung nicht anzusehen. Betritt der Besucher das Innere, überrascht ihn eine Gestaltungsfülle, die Jahrhunderte überdauert hat, und in dieser Vielfalt nur noch selten in Dorfkirchen erhalten geblieben ist. Seit mehreren Jahren engagieren sich die Kirchengemeinde, und mit ihr die Einwohner des Dorfes, für die Restaurierung der üppigen barocken Ausstattung.

Angefangen hat es mit einer gründlichen Reinigung des Kirchbodens im Herbst 2008. "Staub und Schutt von über hundert Jahren haben wir dort mit den Händen herausgeholt", erinnert sich die Kirchenälteste Gertrud Lehmann. Viele aus dem Dorf hätten mitgeholfen, "vor allem auch die jungen Leute haben mit angepackt und eimerweise den Dreck heruntergeschafft", hebt sie hervor. Eindringendes Regenwasser habe Dielen faulen lassen, auch einen Balken sowie mehrere Dachsparren in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden wurden repariert, eine Zwischendecke eingezogen, um die voll ausgemalte tonnenförmige Holzdecke zu schützen, und eine neue Dielung eingebaut.

Die Restaurierung der Kirche wurde mit dem Altaraufsatz fortgesetzt. "Die Malereien waren alle arg in Mitleidenschaft gezogen und in den gedrehten Säulen hatte der Holzwurm schon ganze Arbeit geleistet", beschreibt die Kirchenälteste Almut Niklowitz den damaligen Zustand. Vor einem Jahr wurde der Altar feierlich wieder eingeweiht. Inzwischen steht mit der restaurierten Kanzel und dem Kanzelaufgang bereits das dritte Projekt kurz vor der Fertigstellung. Auf dem Schalldeckel steht jetzt wieder der Pelikan in voller Schönheit. "Der eine Flügel war abgefallen", macht Gertrud Lehmann auf ein Detail aufmerksam.

Für alle Projekte hat die Kirchengemeinde Spendengelder gesammelt und bei verschiedensten Institutionen und Einrichtungen Anträge zur Finanzierung gestellt. "Schließlich haben wir das Geld immer zusammenbekommen", erzählt Gerd Queißer. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Kirchenkreis Zossen, der Förderkreis Alte Kirchen Brandenburg, der Landkreis Teltow-Fläming, das Amt Dahme und regionale Banken trugen und tragen zur Finanzierung bei, zählt der Kirchenälteste auf. Lottomittel habe es auch für die Restaurierung des Altaraufsatzes gegeben. Die Eigenmittel der Kirchengemeinde tragen die Niebendorfer selbst zusammen, gehen dafür auch mit der Spendenbüchse durchs Dorf. Außerdem finden regelmäßig Veranstaltungen in der Kirche statt.

Von Birgit Keilbach

Lausitzer Rundschau vom 20. August 2011

   Zur Artikelübersicht