Schmuckstück für die Dorfmitte

Brunow (MOZ) Nach drei Jahren Bauzeit erstrahlt die Brunower Kirche nun im neuen Glanz. Am Sonntag soll mit einem Festgottesdienst die Wiedereinweihung gefeiert werden. Erwartet werden neben dem stellvertretenden Amtsdirektor von Falkenberg-Höhe auch ehemalige Pfarrer sowie der Landrat.

 
In neuem Gewand: Die Kirche Brunow wurde restauriert. Darüber freuen sich die Kirchenältesten Ingrid Scholz und Christa Klein sowie Pfarrerin Jutta Biering-Sieberhein und Architektin Bettina Krassuski (von links).
© MOZ

Wenn Pfarrerin Jutta Biering-Sieberhein früher in der Brunower Kirche predigte, hatte sie Angst, dass die Strohputzdecke irgendwann auf die Gemeindeglieder herunterfällt. Heute ist das anders. Im dritten Bauabschnitt wurde die Kirche auch von Innen wieder hergerichtet. Die Decke ist frisch in grau-blau gestrichen, auch die Wände haben eine neue beige Farbschicht. "Viel Mitspracherecht hatten wir nicht, ein Restaurator und der Denkmalschutz haben nach historischen Anhaltspunkten entschieden", sagt die Pfarrerin. Traurig ist sie darüber nicht. "Die Kirche ist schlicht, ganz der klassizistischen Ordnung entsprechend, nach der die Kirche im 19 Jahrhundert nach einem Brand wieder aufgebaut wurde", sagt sie.

Die Schlichtheit soll zusätzlich genutzt werden. "Wir wollen das Gebäude als Galeriekirche nutzen", erklärt die Pfarrerin. Zur Wiedereröffnung am Wochenende sollen bereits Werke von Christian Nowak, Gabriela Franke und Tobias Biering hängen. Damit zieht auch Leben in die Kirche ein. Künftig werden die Brunower Kinder Freitags lernen, Flöte und Gitarre zu spielen, außerdem wird die Theaterarbeit fortgesetzt. "Vor allem das Krippenspiel zu Weihnachten erfreut sich großer Beliebtheit", ist sich die Pfarrerin sicher.

Nicht nur die Kleinsten der Gemeinde sollen künftig wieder regelmäßig in den Mittelpunkt des Dorfes kommen. "Unseren Kultursommer können wir jetzt ausweiten", freut sich Jutta Biering-Sieberhein. Denn die neu eingebaute Wandleistenheizung macht den Kirchenraum auch im Winter benutzbar. "Außerdem trocknet die Heizung die Wände ein wenig", so die Pfarrerin.

Denn Feuchtigkeit war in der Kirche ein großes Problem, wie Architektin Bettina Krassuski bestätigt. Seit 2006 arbeitet sie an dem Projekt Kirche Brunow, begleitete die Bauabschnitte.

Schon 2008 bekam der einsturzgefährdete Kirchturm eine neue Innenkonstruktion, auch die Spitze und der Dachstuhl wurden für insgesamt rund 150 000 Euro erneuert. Im Jahr darauf wurde die Außenfassade saniert, die Kosten dafür lagen bei 145 000 Euro. Möglich waren die Arbeiten nur durch die Förderung vom Landesministerium, dem Konsistorium Berlin, dem Kirchenkreis Barnim und der Stiftung Denkmalschutz.

Die rund 40 Kirchenmitglieder aber auch die restlichen Brunower haben nun wieder ein Schmuckstück in der Dorfmitte.

Märkische Oderzeitung vom 07. September 2011

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