Kirche wieder mit neuem Gesicht

Basdorf (MOZ) Mit einem kleinen Fest ist am Sonnabend der Turm der Kirche in Basdorf nach neunmonatigen Bauarbeiten eingeweiht worden.

 
Wahrzeichen von Basdorf: Der Kirchturm erstrahlt nach insgesamt neunmonatiger Bauzeit in neuem Glanz.
© MOZ

Pfarrerin Janet Berchner, gerade von einem mehrwöchigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt, ist erleichtert: "Nun kann ich bei Sturm wieder ruhig schlafen", bekennt sie bei einem Gottesdienst vor den Mitgliedern ihrer Gemeinde. An einem Turm, so Berchner weiter, sei immer ein besonderes Haus zu erkennen. Mit ihm müsse man pfleglich umgehen, es bedeute, einen wahren Schatz zu besitzen, betonte die Theologin.

Diesen haben die Basdorfer Christen in den vergangenen Jahren sorgsam gehütet. Sie sicherten das Gewölbe, dichteten das Dach ab, legten elektrisches Licht. "Eine Heizung wäre schön", sagt Janet Berchner.

Nun aber gebe es erst einmal den neuen Turm. Hell sei er. "Wer hat das schon?", fragt die Pfarrerin. Irgendwann, im Laufe der Zeit, werde das Holz nachdunkeln. "Aber die Glocke ist zu hören und die Uhr zeigt an, was die Stunde schlägt." Die Baustelle sei eine Einladung zu einen neuen Miteinander gewesen, sagt Berchner. Der Ort, an dem man so sein könne, wie man ist, habe ein "neues Gesicht" bekommen. Die Gemeindepfarrerin dankt abschließend allen, die "mitgedacht und zugepackt" haben und dafür, dass es bei den Bauarbeiten keine Unfälle gab.

Nach der Andacht sind dierund 30 Gäste zu Kaffee und Kuchen in den Kirchgarten eingeladen. Zuvor schauen sich viele aber noch die Fotos an, die an einer Schnur im Wind baumelten. Sie zeigen Aufnahmen, die in den vergangenen Jahren vom Turm entstanden sind.

"Schädlinge hatten dem Gebälk zugesetzt", erzählt Pfarrrerin Berchner. Das Bauwerk geriet aus dem Lot, fast 20 Zentimeter neigte es sich zur Straße. Es musste also etwas geschehen, bei der finanziellen Situation der Kirchengemeinde eine schwierige Aufgabe. Die Basdorfer Christen fanden jedoch Unterstützung bei der Landeskirche, dem Kreis Barnim, der Gemeinde Wandlitz und auch bei der Stiftung Denkmalschutz. 198 000 Euro haben die Arbeiten schließlich gekostet Geld, das gut angelegt ist, wie die Basdorfer finden.

Die Kirche wurde bereits im 13. Jahrhundert vom Zisterzienserkloster Lehnin gegründet und in ihrer ursprünglichen Form von der dortigen Bauhütte errichtet.1480 erfolgte die Erweiterung des Chores durch einen dreiteiligen Ostabschluss, der Turm wurde im Jahr 1737 errichtet. Nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel entstand 1860 die Südvorhalle. Sie verfügt über einen dreistufigen Staffelgiebel in einer spätgotischen Form aus gelbem Backstein. Da die Kirche im 20. Jahrhundert vernachlässigt wurde und der Verkehr auf der Bundesstraße zunahm, kam es zu immer größeren Schäden an der Bausubstanz.

Märkische Oderzeitung vom 12. September 2011

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