"Der Turm ist schief und verdreht"

BAUEN: Die Kirche in Cammer ist sanierungsbedürftig / Pfarrer Jens Meiburg zum Zustand des Gotteshauses

Seit Jahren kämpft die Kirchengemeinde in Cammer gegen den Verfall ihres Gotteshaus. Das von Feuchtigkeit angegriffene Gebäude soll saniert werden. Mit Pfarrer Jens Meiburg sprach Andreas Koska.

MAZ: Wann werden Sie mit den Bauarbeiten voraussichtlich beginnen?

Jens Meiburg: Wenn es nach uns geht, sollte die Sanierung im nächsten Jahr starten.

Welche Arbeiten müssen Sie an dem Kirchengebäude ausführen?

Meiburg: Wir haben ein Sanierungskonzept durch den Architekten Wolfdietrich Max Vogt aus Marquardt erstellen lassen. Demnach ist die Statik des Turmes gefährdet. Der Turm ist schief und in sich verdreht. Konstruktive Teile des Turmes und die Fassade müssten erneuert werden.

Wie ist das passiert?

Meiburg: Durch den jetzigen Zementputz sind Schäden entstanden. Der Turm ist in einer Mischform errichtet. Sowohl aus Feldsteinen, Ziegelmauerwerk und gleichzeitig auch Fachwerkelementen. Das Holz ist stark angegriffen.

Wovon hängt der Baubeginn jetzt noch ab?

Meiburg: Wie so vieles vom Geld. Die Maßnahme soll etwa 330 000 Euro kosten. Wir können das Projekt nur dann angehen, wenn wir Mittel aus dem Staatskirchenvertrag erhalten, dann würde nämlich das Land die Sanierung mit 50 Prozent fördern. Der Rest käme von der Landeskirche und aus Eigenmitteln der Gemeinde. Zusätzlich bemühen wir uns um Stiftungsmittel und freuen uns über Spenden von Bürgern.

Wie stehen die Chancen, die Fördergelder zu bekommen?

Meiburg: Die Chancen stehen nicht schlecht. Wenn diese Gelder bewilligt sind, fangen wir auf jeden Fall an, der Rest wird sich dann geben.

Mit welchem Zeitrahmen rechnen Sie?

Meiburg: Wir haben drei Bauabschnitte vorgesehen. Im nächsten Jahr wollen wir mit dem Turm beginnen. Im Jahr 2013 sollte er fertig sein. Danach machen wir mit dem Kirchenschiff weiter.

Was ist dort zu tun?

Meiburg: Auch hier sind konstruktive Teile zu erneuern. Die Dachbalken haben keine Schwellen. Die dadurch entstehende Punktlast verursacht Risse, hier muss Abhilfe geschaffen werden. Damit dürften wir ein Jahr später fertig sein.

Wie geht es dann weiter?

Meiburg: Dann wird die Regenwasserableitung angegangen und die Außenanlage in Ordnung gebracht. Die Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde ausgeführt. Ein Problem ist, dass es keinerlei Unterlagen zu der Dorfkirche in Cammer gibt. Dadurch sind wir erst seit sieben Jahren Eigentümer des Gebäudes. Bis dahin waren die Eigentumsverhältnisse ungeklärt.

Märkische Allgemeine vom 22. September 2011

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