Voll besetzt ist die Kirche am schönsten

RESTAURIERUNG: Bantikower feiern den Abschluss der Arbeiten im Rahmen eines Taufgottesdienstes

BANTIKOW - So schön präsentierte sich die Bantikower Dorfkirche schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Nach der umfangreichen Sanierung des Gotteshauses in den 1990er Jahren folgte nun die Restaurierung des Innenraums. Den Abschluss dieser Arbeiten feierten Christen am Sonntagnachmittag bei einem Taufgottesdienst.

Daran nahmen die Restauratorin Marlies Genßler aus Prötzel (Märkisch-Oderland) und die Berlitterin Bärbel Oschmann teil, die die Altar- und Pultbehänge neu angefertigt hat. "Am schönsten ist die Kirche, wenn sie so voll wie heute ist", sagte Marlies Genßler. Sie hatte barocke Deckenmalereien freigelegt und wiederhergestellt. Außerdem gab sie den Wänden die historische Farbgebung zurück. Der Kirchenälteste Volker Berg freute sich über die "warmen Farbtöne", die den Kirchenraum in Szene setzen. Als Dank für deren Arbeit überreichte er der Restauratorin Genßler ein Präsent.

Ein Geschenk erhielt auch Bärbel Oschmann, die in ihrer Freizeit kostenlos die sogenannten Antependien herstellte. Sie wünschte der Kirchengemeinde viel Freude mit den Behängen, "mögen sie den Gottesdienst noch festlicher gestalten". Zur feierlichen Atmosphäre trugen am Sonntag auch die neue Kantorin Hyo-Jin Kim und der Kirchenchor bei.

Als Gast nahm an dem Gottesdienst der ehemals für Bantikow zuständige Pfarrer Karl-Ernst Selke teil. Dieser erinnerte an die zurückliegende Sanierung der maroden Kirche, die in den 1990er Jahren gar zusammenzubrechen drohte. Die Gottesdienste wurden deshalb damals im Foyer des Gutshauses abgehalten und die Glocken mussten schweigen, da sich die Verbindung zwischen Turm und Kirchenschiff gelöst hatte. Am 2. Advent 1996 war dann die Rekonstruktion des nunmehr 219 Jahre alten Gebäudes gefeiert worden.

Am Sonntag war die Kirche proppenvoll wie sonst selten. Die etwa 80 Besucher füllten das eher zierliche Gebäude. Pfarrer Alexander Bothe sprach von einem "wunderbaren Raum, in dem wir feiern können". Wegen der wieder Indienstnahme der Kirche gab es am selben Tag keinen Gottesdienst in der Wusterhausener Stadtkirche Sankt Peter und Paul.

Die Restaurierung kostete die Kirchengemeinde rund 10 000 Euro. Da für die Arbeiten die Bänke und Stühle zur Seite geräumt werden mussten, fand seit Sommerbeginn bis auf eine Ausnahme kein Gottesdienst mehr in dem Gebäude statt. Im Großen und Ganzen ist die Sanierung jetzt abgeschlossen. Lediglich Kleinigkeiten sind noch zu tun, wie beispielsweise die Erneuerung der Holztreppe zur Orgelempore. (Von Axel Knopf)

Märkische Allgemeine vom 18. Oktober 2011

   Zur Artikelübersicht