Gemeinsam putzen vor dem Festgottesdienst

Neulietzegöricke (MOZ) Fenster putzen, Bänke schrubben, fegen, wischen und werkeln: 17 Bürger aus Neulietzegöricke kamen gestern zum Kirchenputz zusammen. Denn bis zum Festgottesdienst zum Abschluss der Sanierungsarbeiten mit Generalsuperintendent Martin Herche soll das Kleinod in festlichem Glanz erstrahlen.

 
Bibers Werk: Wasserbauingenieur Kai Herrmann hockt hinter einem von einem Biber gefällten Baum am Dorfteich in Letschin.
© Hannelore Siebenhaar

Die Sanierungsarbeiten in der 1840 im ältesten Kolonistendorf des Oderbruchs errichteten Kirche sind zu Ende. Seit gut einem Jahr wurde dort saniert, die Planungen laufen bereits seit dem Jahr 2009. Nun ist das Gotteshaus mit einer Sitzheizung ausgestattet, erhielt neuen Außenputz, es wurden Wände, Decken, Türen und Emporen restauriert. Auch der Turm erstrahlt in neuem Glanz, der Fußboden wurde verlegt und das Dach gemacht.

Den Abschluss der Teilsanierung feierte die Gemeinde im vergangenen Jahr mit Bischof Markus Dröge. Jetzt steht den Neulietzegörickern eine neue Feierlichkeit ins Haus: Am 30. Oktober wird Generalsuperintendent Martin Herche den Ort besuchen und gemeinsam mit allen Beteiligten den Abschluss der Sanierungsarbeiten feiern. "Ich freue mich sehr, das ich das noch erleben darf", sagte Friedrich Regenberg. Der 76-Jährige wurde in der Kirche konfirmiert, ist im Kirchenchor aktiv und seit fast 50 Jahren Kirchenältester. "Es hat viele Anläufe gegeben und nun bin ich glücklich, dass wir dieses Kleinod für Neulietzegöricke und die Region wieder hergerichtet haben", sagt Regenberg stolz.

"Wir sind es mutig angegangen und haben es geschafft", ergänzt Giesela Sommer, ebenfalls Kirchenälteste in Neulietzegöricke. Das sei jedoch nicht ohne die vielen Helfer und Spender möglich gewesen. Dazu zählen die fleißigen Kuchenbäcker, die Kirchenwächter, die Teilnehmer der Flohmärkte, diejenigen, die die Sandsäckchen genäht haben. "Sie alle haben dazu beigetragen, die Sanierung zu ermöglichen", sagt Friedrich Regenberg. Ein Banner im Gotteshaus soll die vielen Helfer und Spender künftig würdigen.

Knapp 500 000 Euro hat die Sanierung letztendlich verschlungen. Eine Summe, die von der Kirchgemeinde, Privatleuten und Unternehmern, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Kirchenkreis, der Landeskirche, dem Förderkreis Alte Kirchen, der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler und nicht zuletzt dem Land Brandenburg und der EU gestemmt wurde. "Es ist toll, was hier geleistet wurde", sagt auch der Bürgermeister der Gemeinde Neulewin, Horst Wilke. "Und dabei ist es gelungen, den Charme der Kirche zu erhalten." Zwar war außen nicht mehr viel zu retten nur etwa ein Quadratmeter Putz blieb übrig doch konnte im Inneren viel erhalten bleiben. "Die Restauratoren haben immer wieder betont, was für einen einzigartigen Schatz wir hier haben", sagt Giesela Sommer. Denn dadurch, dass so lange nichts an der Kirche gemacht wurde, sei die alte Innenraumfassung erhalten geblieben.

"Wir konnten die Kirche erhalten und werden sie nun mit Leben füllen", sagt Gisela Sommer. "Diese Kirche lebt und das ist mir als Christin sehr wichtig." Möglichst vielfältig für kirchliche und weltliche Zwecke soll das Gebäude künftig genutzt werden. Aber der Abschluss der Sanierungsarbeiten wird am 30. Oktober natürlich mit einem Festgottesdienst gefeiert. Dabei wird Superintendent Roland Kühne aus Seelow ab 15 Uhr den Gottesdienst leiten und Martin Herche, Generalsuperintendent der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, wird die Predigt halten.

"Zu diesem Anlass wollen wir das Gebäude würdigen und alle, die mitgeholfen haben", sagt Horst Wilke.

Märkische Oderzeitung vom 20. Oktober 2011

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