Weltoffenes Gotteshaus

 
Sie steht im Zenturm der Kur- und Kreisstadt Bad Belzig und wird derzeit saniert: die St. Marienkirche. Die Arbeiten an der Außenhülle dauern noch an.

Bad Belzig (MZV) Königlich wird die kostbare Papeniusorgel der Marienkirche in Bad Belzig künftig auf einer Empore an der Westseite stehen. Die Umsetzung des Instruments geht mit der Sanierung des sakralen Bauwerks einher, in dessen Rahmen bereits Dacharbeiten erledigt, das Mauerwerk trocken gelegt und Schwammbefall bekämpft wurde. Die fortdauernde Hüllensanierung dauert jedoch länger als geplant und soll jetzt bis Juni 2012 beendet sein. 550.000 Euro haben und werden diese Maßnahmen in Anspruch nehmen.

Die Restaurierung wird gleichzeitig von Umbauarbeiten begleitet, die in den kommenden Jahren zu einer großen Veränderung in der Nutzung führen sollen. St. Marien soll Heimstatt für das erste Orgelmuseum Brandenburgs, für weltliche Veranstaltungen geöffnet und Domizil des Pfarramts werden. Am Montag stellte Pfarrer Claas Henningsen das Konzept zur Innengestaltung des Gotteshauses, welches nach 1200 als kreuzförmige Saalkirche erbaut wurde, den Bad Belziger Stadtverordneten vor. Mit der Verwirklichung des ehrgeizigen Vorhabens könnte gleichzeitig ein großes Problem der Kur- und Kreisstadt gelöst werde. "Wir bieten dann das Jacob-Wächtler-Haus für einen symbolischen Preis zur Nutzung als Stadtbibliothek an", so Henningsen.

Mit der Öffnung der Kirche sollen künftig Konzerte, Lesungen, festliche Sitzungen des Kreistages und der Stadtverordnentenversammlung in St. Marien stattfinden können, erklärt Henningsen. Damit aus diesen Visionen Wirklichkeit wird, erfolgt bereits im November eine energetische Überprüfung des sakralen Bauwerkes. Mittels Erdwärme will man das Gotteshaus beheizen und vorab dafür eine weitere Investition in Millionenhöhe stemmen.

Märkische Oderzeitung vom 20. Oktober 2011

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