Niewitzer bangen um ihren Kirchturm

WILDENAU Die Kirche in Niewitz (Bersteland) soll saniert werden. "Optisch ist sie in einem guten Zustand, doch hinter den Kulissen gibt es erheblichen Sanierungsbedarf", sagt der zuständige Pfarrer Hans-Christoph Höck. "Wir haben Angst, dass der Kirchturm nicht mehr lange hält."

 
Die Kirche in Niewitz soll saniert werden. Mit der Sanierung des Kirchturms samt neuer Glocken und Glockenstuhl soll im nächsten Jahr begonnen werden.
Foto: Andreas Staindl/asd1

Einschätzungen verschiedener Fachleute hätten diese Befürchtungen bestätigt. Das Fachwerk des Turms samt Glockenstuhl sei marode, die Balken seien zerfressen. Zudem sind die beiden Glocken laut Geistlichem etwa 90 Jahre alt. Damit hätten sie ihre erwartete Lebenszeit um rund 30 Jahre überschritten. "Die Glocken könnten beim Läuten zerspringen", erklärt Höck.

Um das zu verhindern, zumindest die Gefahr zu minimieren, werde derzeit nur die kleinere Glocke geläutet. Geschätzte 100 000 Euro soll die Sanierung des Turms kosten, neue Glocken samt Glockenstuhl weitere 25 000 Euro. Das Geld für Glocken und das Glockengerüst müsste die Kirchengemeinde selbst aufbringen, wie der Pfarrer sagt. Hinzu kämen 15 000 Euro Eigenanteil für die Sanierung des Turms. Es gebe gute Chancen, dass die restlichen 85 000 Euro gefördert würden. Wenn alles wie geplant laufe, übernehme das Land Brandenburg 50 Prozent der geschätzten 100 000 Euro Sanierungskosten für den Kirchturm. Die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz könnte sich mit 20 000 Euro und der Kirchenkreis Niederlausitz mit 15 000 Euro beteiligen. "Ich bin optimistisch, dass das klappt", sagt Hans-Christoph Höck.

Auch das Benefizkonzert mit Reinhard Jahn und Peter Ewald am Sonntagnachmittag in der Niewitzer Kirche hat Geld in die Kasse gespült. Windräder könnten eine weitere Einnahmequelle sein. Auf der Dubener Platte, wo weitere Winkraftanlagen geplant seien, habe die Kirche ein Stück Land. "Der Verkauf der Fläche würde unsere Finanzen aufbessern", sagt der Pfarrer. Er geht davon aus, dass mit der Sanierung des Kirchturms samt neuer Glocken und Glockenturm im nächsten Jahr begonnen wird. Zuversichtlich macht ihn auch, "dass die Niewitzer an ihrer Kirche hängen. Die Gottesdienste dort sind prozentual besser besucht als etwa in Lübben." Der Turm des Gotteshauses in der Gemeinde Bersteland sei nicht der einzige Sanierungsfall des Gebäudes. Zwar sei die Kirche nicht vom Einsturz bedroht, dennoch müsse auch sie saniert werden. Auf etwa 730 000 Euro werden die gesamten Baukosten geschätzt. Weil eine Förderung zumindest im nächsten Jahr aussichtslos sei, konzentriere sich die Kirchengemeinde vorerst auf die Sanierung des Kirchenturms.

Von Andreas Staindl

Lausitzer Rundschau vom 08. November 2011

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