Deckengemälde in Niebendorfer Kirche strahlt wieder

NIEBENDORF Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Deckenausmalung in der Niebendorfer Kirche erstrahlt jetzt wieder in altem Glanz.

 
Von allen Seiten begutachteten Gerhard Niklowitz, Gertrud Lehmann, Gerd Queißer und Almut Niklowitz (v.l.) den Taufengel. Restaurator Dirk Jacob und seine Kollegin Dörte Busch (v.r.) brachten ihn aus der Berliner Werkstatt an den Ursprungsort zurück.
Foto: Keilbach/bkh1

Den Abschluss dieses Abschnitts der Restaurierung haben die Niebendorfer Kirchengemeinde, Einwohner und Gäste am Sonntag mit einem festlichen Konzert begangen.

Anregend und besinnlich gestalteten dieses Kantor Peter-Michael Seifried aus Berlin-Marienfelde an der Orgel und der Frauenchor Niebendorf-Heinsdorf. Das Motto lautete nicht ohne Grund "Geflügelte Wesen und himmlische Botschaften".

Denn ein ganz besonderes geflügeltes Wesen ist jetzt in voller barocker Schönheit wieder in die Niebendorfer Kirche zurückgekehrt der Taufengel. Das kostbare Stück war beim Aufräumen des Kirchbodens wiederentdeckt worden. "Er lag mit Teilen eines zweiten Taufengels unter dem ganzen Schutt", erinnert sich die Kirchenälteste Gertrud Lehmann.

Die Herkunft des zweiten Engels ist bis heute nicht geklärt. Zunächst wurden der stark vom Holzwurm in Mitleidenschaft gezogene Korpus des Engels und die beschädigten Flügel beim Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf gelagert. "Wir mussten erst das Geld zusammenbekommen, damit er überhaupt restauriert werden konnte", erzählt der Kirchenälteste Gerd Queißer. Vor rund einem Jahr war es soweit. Die Berliner Restauratoren Dirk Jacob und Dörte Busch arbeiteten in Kooperation mit dem Luckenwalder Holzbildhauer Martin Pless an der Wiederherstellung des barocken Kleinods.

In den nächsten Wochen soll er wieder an der ursprünglichen Stelle aufgehängt werden. "Dann können auch seine Flügel angeschraubt werden", ergänzt Dirk Jacob. Insgesamt beliefen sich die Kosten dafür laut Kirchengemeinde auf rund 8500 Euro, zusammengetragen aus privaten Spenden, Zuwendungen vom Land Brandenburg und dem Bund sowie dem Förderkreis Alte Kirchen des Landes Brandenburg.

Während des Konzertes richtete so mancher Zuhörer seinen Blick auf das in der ursprünglichen Farbfassung komplett wiederhergestellte Gemälde an der hölzernen Tonnendecke.

Nach der Reinigung und Sanierung des Kirchbodens sowie schadhafter Stellen an der Dachkonstruktion, der Restaurierung des Altaraufsatzes, des Kanzel aufgangs und der Kanzel ist es die vierte abgeschlossene Etappe.

Rund 22 000 Euro hat die Restaurierung nach Angaben der Kirchengemeinde gekostet. Aus Spendengeldern der Kirchengemeinde und der Einwohner, Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse sowie Lottomitteln des Landes Brandenburg sei die Summe aufgebracht worden, informiert Gerd Queißer.

Als nächster Schritt stehen die Restaurierung der Emporenbrüstung und des Taufsteins an. Zuvor jedoch will die Kirchengemeinde ein anderes Vorhaben realisieren. "Unsere kleine Glocke muss repariert werden, denn wir können sie zurzeit nicht läuten", erklärt der Kirchenälteste Gerd Queißer. Ursache ist eine starke Beschädigung des Schlagrings. Dafür werde der Erlös aus dem Benefizkonzert und weiteren Veranstaltungen der Kirchengemeinde jetzt gesammelt, fügt er an.

Lausitzer Rundschau vom 28. November 2011

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