Kran setzt 11,5 Tonnen millimetergenau auf Bronkower Glockenturm

BRONKOW Trotz frostiger Temperaturen haben sich Dienstagfrüh über 30 Schaulustige auf den Weg nach Bronkow (Amt Altdöbern) gemacht. In der Dorfmitte ist mit dem Aufsetzen der achteckigen Haube der Kirchturm wieder komplettiert worden.

 
Über 30 Schaulustige haben am Dienstag zugesehen, als Kranfahrer Jürgen Burmeister, von der Firma Maxi Kraft, die Kirchturmhaube nach oben hievte.
Foto: Uwe Hegewald/uhd1

"Das ist für mich eine Premiere", sagt Jürgen Burmeister. Millimetergenau hievte der Kranfahrer aus Riesa die 11,5 Tonnen schwere Haube auf ihren Platz. Im Zuge der Bauarbeiten ist das mit Kupfertafeln beschlagene Teil vor Wochen heruntergehoben worden. "Der Turm ist zur Hälfte erneuert. Vor einer Woche hatten wir den restaurierten Glockenstuhl aufgesetzt", erzählt Pfarrerin Kathrin Schubert. "Unsere Fachlaute haben Mängel an der Bausubstanz des Turmes festgestellt, die erhebliche Mehrkosten verursachen. Wir müssen neu kalkulieren und wissen erst danach, ob und im welchem Umfang die Arbeiten am Kirchenschiff aufgenommen werden können", ergänzt die Pfarrerin.

Am 25. März 2004 fand die erste Sitzung zum Sanierungsvorhaben "Kirche Bronkow" statt, die nach Angaben der Kirchengemeinde zu den ältesten Feldsteinkirchen des Landes Brandenburg zählen soll. "Es haben immer wieder bauliche Veränderungen stattgefunden, die Ursprünge dürften bis in das 14. Jahrhundert hineinreichen", erklärte Uwe Burckhardt, der das Projekt als Architekt, Planer und Statiker bis zuletzt begleitete. Der Sanierungsprozess liegt jetzt in den Händen der Firma IBS, Bauleiter Ronny Behrendt und Restaurator André Streich, dem einige überraschende Details aufgefallen sein sollen.

"Der Abschlussbericht wird heute mit Spannung erwartet", sagte Uwe Burckhardt. Der Experte für sakrale und andere historische Gebäude hatte bereits Projekte an der Calauer Stadtkirche oder der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben begleitet und sich auch in das Bronkower Gotteshaus verliebt. Dorfbewohner lauschten Burckhardts Ausführungen zu dem um 1750 aufgesetztem Turm im Barockstil und zu Kirchenbauten generell.

"Jetzt sieht die Kirche auch wieder wie eine Kirche aus", sagt Wilfried Karras. Als Mitglied im Gemeindekirchenrat und Anwohner des Kirchenareals bringt sich der Bronkower ein, wann immer seine Hilfe benötigt wird. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten und der Bekanntgabe der Gesamtinvestitionskosten sei frühestens im Mai 2012 zu rechnen. "Dann soll es auch eine kleine Feier geben", kündigt Kathrin Schubert an.

Bis dahin hofft die Pfarrerin, die nötigen Mittel zur Vollendung der Sanierungsmaßnahme zusammentragen zu können und auf Gottes Segen beim Arbeiten.

Von Uwe Hegewald

Lausitzer Rundschau vom 30. November 2011

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