Sternenhimmel für das Gotteshaus

Zechlinerhütte (MZV) Nach fast 50 Jahren hat die Zechlinerhütter Dorfkirche wieder einen Sternenhimmel. Gemeinsam mit ihrem Pfarrer Jann Branding erfüllten sich die Christen aus dem Dorf diesen lang gehegten Wunsch.

 
Jann Branding unter der Kuppel.
Foto: Rudolph

Das Original stammte von 1882, als das spätklassizistische Gotteshaus erbaut wurde. Baumeister Karl Friedrich Schinkel war es, der das gestalterische Element Sternenhimmel erstmals bei der Berliner Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" ins Spiel gebracht hatte. Es gab unzählige Aufführungen. Gelbe oder goldene Sterne unter einer Kuppel wurden Mode.

Pfarrer Branding findet, dass die Kirche "dank der engagierten Zechlinerhütter mit dem Himmel wieder an Reiz gewonnen hat". 1962 waren das tiefe Blau und die darauf prangenden hellen Sterne überstrichen worden. Der ortsansässige Maler Walter Ewert habe den Auftrag dazu zwar nicht gern angenommen, benötigte aber das Geld. Der inzwischen 90-jährige Ewert war, wie Branding am Donnerstag berichtete, der Restauratorin Marlies Genßler eine große Hilfe. Er habe ihr genau sagen können, welcher Blauton für das Himmelszelt einst verwendet worden war.

Besonders dafür eingesetzt, dass der Himmel wieder in alter Schönheit entsteht, habe sich der Frauenkreis, erzählte Branding. Marlies Arlt und Ilse Behnfeldt hätten bei ihm "offene Türen eingerannt", sei er doch "jemand, der stets für die Herstellung des ursprünglichen Zustandes ist". Ansonsten habe es lediglich Fotos in Schwarz-Weiß gegeben.

Die 60 Sterne seien bei den Zechlinerhütter Christen begehrt gewesen, berichtete Branding. Für jeweils 20 Euro konnten sie gekauft werden. Branding: "Auch zu Taufen und Konfirmationen wurden sie verschenkt". Zu diesen Erlösen kommt noch das Geld aus einem Benefizkonzert sowie von mehreren Kollekten. Die Zechlinerhütter bezahlen die Restaurierung somit komplett. Sie schlägt mit insgesamt 2600Euro zu Buche.

Am dritten Advent, 11. Dezember, wird das neue Zechlinerhütter Himmelszelt um 10.30Uhr mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

Märkische Oderzeitung vom 01. Dezember 2011

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