Steinkirchener Kirche wird fein gemacht

LÜBBEN-STEINKIRCHEN Sie gilt als eine der ältesten Kirchen der Niederlausitz und hat dem Lübbener Ortsteil Steinkirchen seinen Namen gegeben. Im 13. Jahrhundert wurde sie aus Stein gebaut, war zuweilen in einem verwahrlosten Zustand und wurde 1952 dann doch wieder auf Vordermann gebracht. Dieser Weihe-Gottesdienst zur Wiederinbetriebnahme jährt sich 2012 zum 60. Mal. Dies wird als Anlass zum Feiern genommen und auch für eine erneute Sanierung.

 
Neben der Steinkirchener Kirche, eine der ältesten der Niederlausitz, steht eine nicht minder betagte Eiche.
Fotos: Mirjam Hecht
Ein Gummibelag verdeckt seit einigen Jahrzehnten den alten Steinfußboden im vorderen Teil der Kirche.

Die Flyer sind gedruckt, ein Schirmherr wurde mit Landrat Stephan Loge (SPD) ebenfalls schon gefunden. Und die Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren, damit sich die Steinkirchener "Pankratius"-Kirche am 1. April 2012 von ihrer besten Seite präsentieren kann. An jenem Palmsonntag wird es 60 Jahre her sein, dass die Kirche neu geweiht wurde.

Die Idee zu diesem Jubiläums-Gottesdienst stammt von Dietlind Remmin. Mit großer Leidenschaft hat sie in Kirchenbüchern und alten Unterlagen gestöbert, um die wechselvolle Geschichte der zweigeteilten Kirche zu erforschen. Die Ur-Steinkirchenerin, Mitglied der Kirchengemeinde Lübben-Land, ist ganz in ihrem Element, wenn sie in der Historie kramt, weiß von der ersten Weihe eines Paters aus Rom und auch von der langjährigen Nutzung des Kirchenschiffs als Scheune oder Lagerraum. "Das ist doch verrückt", meint die 69-Jährige zu letzterem Fakt.

Vor allem die Zeit nach dem 2. Weltkrieg hat Dietlind Remmin sehr berührt, als die Menschen des Dorfes neuen Mut gefasst hatten und die Renovierung der Kirche in Angriff nahmen. In vielen Unterlagen habe sie darüber gelesen, "wie diese Menschen in schweren Zeiten versucht haben, die Kirche zu erhalten", sagt die Steinkirchenerin.

Als Würdigung der Vorfahren soll daher am 1. April 2012 ein Jubiläumstag begangen werden. Zugleich soll das Gotteshaus auch jetzt nicht dem Verfall preisgegeben werden. "Das sind wir den Vorfahren schuldig", betont Dietlind Remmin.

So zeugt in diesen Tagen ein Gerüst von den Arbeiten an der Kirche. Das Holz am Turm wurde zum Teil erneuert. Fünf Steinkirchener Jugendliche waren mit dem Pinsel aktiv und auch am Dach des Turms gab es bereits Instandhaltungsarbeiten. Dietlind Remmin freut sich sehr, dass so viele von außerhalb der Kirchengemeinde ihre Hilfe anbieten und aktiv werden. "Wir haben schon viele spontane Angebote von Handwerksbetrieben bekommen da war ich sehr erstaunt."

Beratend zur Seite steht bei dem Vorhaben auch die Denkmalbehörde. Diese hat jüngst bereits einen Blick auf den alten Steinfußboden im vorderen Teil der zweigeteilten Kirche geworfen. Denn während zum einen Altar, Deckenmalerei und Bänke tatsächlich für Kirchen-Atmosphäre sorgen, verbreitet sich im anderen Teil eher der Charme einer Gaststätte zu DDR-Zeiten: Gummibelag, rote Stühle und in die Jahre gekommene Teppiche.

Doch das soll sich ändern, wenn erst einmal der alte Steinfußboden freigelegt ist. Das neue Gewand dürfte sicher auch den Touristen gefallen. Die seien ohnehin stets begeistert von dem Gotteshaus. "So ein schönes, altes Kirchlein", höre sie immer wieder, erzählt Dietlind Remmin. Grund genug, es auch künftig so schön zu erhalten.

Von Mirjam Hecht

Lausitzer Rundschau vom 03. Dezember 2011

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