Weihnachten unter einem neuen Kirchendach

FORST Es war ein harter Zeitplan, dem sich die Kirchengemeinde in Eulo unterworfen hat. Nachdem im Zuge der Dachsanierung Anfang des Jahres auch schwere Schäden am Dachstuhl festgestellt worden waren, galt dennoch als Ziel: Weihnachten wird wieder in der Kirche gefeiert. Die Kraftanstrengung hat sich gelohnt am Samstag stehen die Türen wieder offen.

 

"Ein bisschen Glück war wohl auch dabei", sagt Pfarrer Bodo Trummer erleichtert. Denn die Bauarbeiten standen hinsichtlich des Wetters unter einem guten Stern. Weder ein früher Wintereinbruch noch starke Regenfälle im laufenden Jahr haben die Dachsanierung aufgehalten. Nun leuchten die nagelneuen Bieberschwänze am Dach der Euloer Kirche und es wird abgerechnet. Denn gerade das gehört zu dem kleinen Wunder im Forster Stadtteil: Ohne die Spenden und das Engagement der Leute wäre die Sache nie über die Bühne gegangen. Nach Angaben Bodo Trummers sind allein im vergangenen halben Jahr etwa 32 000 Euro in die Sammelkasse gekommen. "Wir hatten vorher schon etwas zusammengespart", erklärt der Pfarrer. Doch die Gesamtsumme ist fast zusammen. Insgesamt war man von Kosten um 100 000 Euro ausgegangen. Wegen einiger zusätzlicher Arbeiten sind es laut Trummer nun etwa 110 000 Euro geworden. "Als das Gerüst stand, haben wir natürlich noch Ausbesserungsarbeiten gemacht, wo es nötig war", so der Pfarrer. So seien marode Steine im Zuge des Projektes mit ausgewechselt worden. Nun klafft eine Finanzlücke von noch etwa 15 000 Euro. Doch alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass das Geld zusammenkommt.

Anfang des Jahres hatte sich das Ausmaß der Schäden an der Kirche gezeigt. Laut Trummer war eine neue Deckung geplant. Doch unter den Dachziegeln zeigte sich das eigentliche Problem. Schädlingsbefall hatte aus Teilen des 240 Jahre alten Dachstuhls eine knäckebrotartige Substanz gemacht, die an manchen Stellen einfach zerfiel. Es folgten Straßensammlungen und Benefizkonzerte. Sogar in der Partnergemeinde Wermelskirchen wurde bei einem Konzert mit Künstlern beider Städte Geld gesammelt.

Nun sind die letzten Arbeiten zu erledigen. Ein paar Gerüstteile müssen abgebaut werden. Die Vorbereitungen für den Heiligen Abend in der Kirche laufen, wie Wolfgang Hönke berichtet. Er war ehrenamtlich als Koordinator des Projektes dabei und hat die Arbeiten an dem Bauwerk, das seinen Ursprung im 14. Jahrhundert hat, dokumentiert. Interessant fand er, dass sich zwischen Turm und Kirchengebäude ein breiter Zwischenraum zeigte. "Der Turm steht etwa 25 Zentimeter weg", erzählt er. Denn die Leute seien schon in der Bauzeit des Turms, der 1856 errichtet wurde "pfiffig gewesen". Er ist kaum mit der Kirche verzahnt, "damit bei Setzungen das restliche Gebäude nicht in Mitleidenschaft gezogen wird", so Hönke, der auch zugibt, dass es manchmal schwer war, mit den Denkmalbehörden Kompromisse zu finden. So bleibt dennoch am Ende die Freude auch darüber, "dass schließlich alle zufrieden waren", sagt Bodo Trummer.

Zum Thema:

Am 24. Dezember um 16.30 Uhr ist in der Euloer Kirche das Krippenspiel zu sehen. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite www.euloerkirche.de. Für die Sicherung der Sanierungskosten ist ein Spendenkonto eingerichtet. Unter der Kontonummer 778800 (Kirchenkreisverband NL) und Bankleitzahl 10060237 kann mit Vermerk RT 3176 und Kirche Eulo für den Erhalt der Euloer Kirche gespendet werden.

Lausitzer Rundschau vom 20. Dezember 2011

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