Viele Hürden genommen

Sanierung der Dorfkirche in Klein Marzehns steht unmittelbar bevor / Für Haseloff fehlt noch das Geld

KLEIN MARZEHNS/HASELOFF - So idyllisch die Dorfkirche in Klein Marzehns auf einem Hügel liegt, der Zahn der Zeit hat längst an den Gemäuern sichtbare Spuren hinterlassen. "Bei allen Bemühungen um Sanierungsarbeiten gibt es in Klein Marzehns die größten Fortschritte", sagt Daniel Geißler. Der Niemegker Pfarrer wartet zusammen mit der evangelischen Gemeinde nun darauf, dass die Baufirmen anrücken und die Handwerker Hand anlegen.

Nach Auskunft von Geißler steht zunächst die Hüllensanierung des Gotteshauses an. Die Schwammbeseitigung und Rekonstruktion großer Teile des Daches seien dringlicher denn je. "Sämtliche Deckenbalken müssen ausgetauscht werden, auch neue Dachsteine sind vorgesehen. Die Dielung soll rausgerissen und ersetzt werden", kündigt der Geistliche an. Für die Handwerkerleistungen sollen mehr als 62 000 Euro ausgegeben werden. Noch einmal etwa 15 000 Euro seien veranschlagt, um in etwa drei Jahren im Innenraum der Kirche ebenfalls notwendige Arbeiten in Auftrag geben zu können.

Im Vorfeld der jetzt anstehenden Baumaßnahmen hat Daniel Geißler erlebt, wie kompliziert so ein Vorhaben sein kann. Trotz etlicher Vorleistungen von seinem Vorgänger-Kollegen Roy Sandner lief vieles nicht wie einst geplant. So habe Geißler im März vergangenen Jahres zwar die kirchenbauliche Genehmigung in den Händen gehalten, aber der Zuschuss der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sei plötzlich nicht mehr gesichert gewesen. "Nun bestand die Gefahr, auch Fördermittel zurück geben zu müssen. Deshalb stellten wir Anträge auf Kredite und schrieben Stiftungen an", berichtet der Pfarrer. Als die Finanzierung gesichert schien und auch die Zustimmung der Landeskirche vorlag, meldete sich zum Schluss die Naturschutzbehörde. Das Klein-Marzehnser Gotteshaus könnte Winterquartier für Fledermäuse und Eulen sein, hieß es da in einem Schreiben. Und wieder waren Unwägbarkeiten auszuräumen, die letztlich den lang ersehnten Baubeginn auch verzögerten.

Soweit ist es in Haseloff längst noch nicht. "Gleichwohl gibt es ein Sanierungskonzept, nach dem der Turm und das Kirchenschiff in zwei Bauabschnitten saniert werden sollen. Zudem liegt der Landeskirche auch ein Nutzungskonzept vor", erläuterte Geißler. Mit Kosten von mehr als 140 000 Euro wird gerechnet, wenn die Schwamm- und Dachsanierung am Haseloffer Gotteshaus in Auftrag gegeben wird. Die Aufarbeitung des Glockenstuhls und sämtlicher Holzbauteilen stünden ebenfalls an. (Von Gunnar Neubert)

Aus dem 13. Jahrhundert:

Die Kirche in Klein Marzehns ist ein Denkmal. Das ursprüngliche Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Im 19. Jahrhundert erfolgten eine Erweiterung um Apsis und den Dachturm über dem Westgiebel.
Im Innenraum befindet sich eine Kanzel aus dem 17. Jahrhundert.
Bemerkenswert wird in Schriften angeführt, dass das Bauwerk magnetisch gemessen zwei bis vier Grad nach Nordosten von der idealen Ost-West-Ausrichtung abweicht.
Das Denkmal ist ein Feldsteinbau. Bei den Fenster- und Portalwänden ist auch Backstein sichtbar.
Das Mauerwerk ist unregelmäßig, nur gelegentlich sind Lagen zu erkennen. Die Feldsteine sind unbehauen oder gespalten.

Märkische Allgemeine vom 10. Januar 2012

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