Spendenaktion für zwei neue Glocken in Falkenberger Kirche

FALKENBERG (EE) Das evangelische Gotteshaus in Falkenberg feiert im nächsten Jahr 100 Jahre Kirchweihe. Mitglieder der Kirchengemeinde wollen bis dahin für ein besonderes Geburtstagsgeschenk sorgen: Zwei neue Glocken und einen sanierten Glockenstuhl. In Kürze wird dafür eine große Spendenaktion starten.

 
Hermann Rohloff hofft, dass neben dem Glockenstuhl auch die beiden großen Glocken saniert werden können. Er ist Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und kümmert sich um das "Inventar" des Kirchturms.
Foto: Sven Gückel / svg1

Die drei Glocken der Falkenberger Jugendstilkirche haben eine wechselvolle Geschichte. Nur noch die kleine Bronzeglocke ist seit der Weihe im Jahr 1913 erhalten geblieben. Schon vier Jahre später wurden die beiden größeren beschlagnahmt und für Kriegszwecke zerstört. Auch die 1924 angeschafften beiden neuen Bronzeglocken hatten kein langes Leben. 1942 erlitten sie das Schicksal ihrer Vorgänger. Seit 1956 komplettieren zwei neue Eisenglocken das Dreiergeläut.

Material wird müde

Aber auch um die ist es inzwischen nicht mehr gut bestellt. Der Zahn der Zeit hat an ihnen ebenso genagt wie an dem stählernen Glockenstuhl. "Das Material wird müde. Es könnte im schlimmsten Fall durchbrechen", skizziert Pfarrer Andreas Bechler, was passieren kann. Doch so weit wollen es die Verantwortlichen der evangelischen Kirche in Falkenberg erst gar nicht kommen lassen.

"Die technischen Schwachpunkte zwingen uns zum Handeln", sagt Bechler, der gemeinsam mit dem Gemeindekirchenrat schon seit Längerem überlegt, wie das Projekt anzugehen ist. Erst in der Vorwoche haben sich die Falkenberger von einem Glockensachverständigen beraten lassen. Das Ziel ist klar umrissen: Zum Jubiläum wollen sie die Kirche mit zwei neuen Glocken und einem erneuerten Glockenstuhl sozusagen beschenken.

Eine fest umrissene Summe, wie viel Geld sie für das Vorhaben benötigen, liegt noch nicht auf dem Tisch. Erste Schätzungen gehen von mindestens 60 000 Euro aus. "Wir gehen davon aus, dass die Kirchengemeinde die wohl komplett selbst finanzieren muss. Wir werden deshalb sehr viel Unterstützung benötigen, denn die Eigenmittel allein reichen nicht. Wir werden eine große Spendenaktion starten", kündigt der Pfarrer an.

Idee über Jahre gewachsen

Die Idee zur Spendenaktion sei über Jahre gewachsen. "100 Euro für eine Hundertjährige das ist ein gutes Motto", sagt das Falkenberger Kirchenoberhaupt, das hofft, dass die Aktion nicht nur kirchlich gebundene Einwohner anspricht, sondern von der breiten Masse mitgetragen wird.

Ziel des Gemeindekirchenrates sei es, so berichtet Andreas Bechler, sich bis zum Sommer Klarheit darüber zu verschaffen, was konkret in Sachen Glocken und Glockenstuhl passieren soll, wie viel das Vorhaben kosten wird und welche Aktionen man starten kann, um den Spendentopf zu füllen.

Helfer immer willkommen

"Wer uns dabei zur Seite stehen will und Ideen hat, ist herzlich willkommen", lädt der Pfarrer zum Mitmachen ein. Einen ersten Partner weiß er inzwischen an seiner Seite. Der Eisenbahnersportverein hat bereits signalisiert, gern helfen zu wollen. Bechler hofft, dass sich dieser Initiative noch andere Falkenberger Vereine und Einzelpersonen anschließen werden.

Von Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 18. Januar 2012

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