Die vorerst letzte Etappe

Auch in diesem Jahr wird an der Wusterhausener Kirche weitergebaut

 
Pfarrer Alexander Bothe an der Ostseite der Kirche.
Foto: Beckmann
Baugerüste prägten auch 2011 das Bild der Kirche.
Foto: Bothe

WUSTERHAUSEN - Über Monate prägten 2011 Baugerüste das Bild der Wusterhausener Stadtkirche St. Peter und Paul. Derzeit sind die Bauleute zwar abgezogen, doch sie werden wiederkehren.

Seit 2009 machen sich Fachleute an der Hülle des gut 600 Jahre alten Bauwerkes zu schaffen. Erst wurde am Turm gearbeitet, dann im vergangenen Jahr an Nord- und Südseite des Schiffs. Bröckelnde Ziegel waren auszutauschen, klaffende Fugen zu verfüllen. Das Dach wurde repariert. Den Anblick der Kirche hat das nicht grundlegend verändert, doch der bisher betriebene Aufwand war schon enorm. Pfarrer Alexander Bothe erinnert an die Dacharbeiten vom vergangenen Jahr: "Die Dacheindeckung als solche war ja noch in Ordnung." Vor gut 20 Jahren hatte eine Spende aus Westdeutschland die Neueindeckung ermöglicht. Am Gebälk hatten die Jahrhunderte zum Teil jedoch deutliche Spuren hinterlassen. "Das waren alles keine dramatischen Probleme", sagt Bothe. "Aber bei der Größe kommt eben doch eine Menge zusammen."

In diesem Jahr nun will man den Chorbereich an der Ostseite angehen. "Da ist es ganz wichtig, dass die Risse repariert werden", erklärt Bothe. Die Last des Daches hat die Mauern zum Teil nach außen gedrückt. Ein Ringanker soll künftig weitere Bewegungen verhindern. Auch am Dach selbst ist in diesem Bereich noch einiges zu tun. "Mit der Hüllensanierung, also außenrum, sind wir dann durch", kündigt der Pfarrer an. "Wir hoffen, im Herbst fertig zu sein."

Fördermittel von Bund, Land und Kommune, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Rudolf-August-Oetker-Stiftung und nicht zuletzt von der Partnerlandeskirche Baden hatten die Sanierung überhaupt erst ermöglicht. "Selbst unsere Landeskirche hätte das allein nicht geschafft", schätzt Bothe ein. Immerhin: Die Baukosten seien bisher im geplanten Rahmen geblieben, wobei allerdings gelte: "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben."

Und bei einem Bauwerk dieser Dimensionen reicht das Geld sowieso nie für alle Wünsche. "Was im Inneren passiert, steht auf einem ganz anderen Blatt", sagt Bothe. "Das Inventar ist im Großen und Ganzen ja in ganz gutem Zustand." Aber Malerarbeiten und die Reparatur alter Feuchtigkeitsschäden wären durchaus angebracht. "Und die Wagner-Orgel ist noch mal ein ganz besonderer Punkt." Die letzte große Instandsetzung des Instruments liegt 40 Jahre zurück. Vor allem die Elektrik müsste überarbeitet werden. "Da kommen schnell ein paar tausend Euro zusammen. Das ist also etwas, das nicht mal so nebenher zu machen ist." (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 25. Januar 2012

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