Senftenberg ist dem Himmel ein Stück näher

Peter-Paul-Kirche nach Sanierung mit großer Anteilnahme im Adventsgottesdienst wiedereröffnet

SENFTENBERG Freude und Dankbarkeit standen den mehr als 350 Bauverantwortlichen, Besuchern und Gemeindemitgliedern im Gesicht, als am Sonntagmorgen die Glocken im reparierten Kirchturm der Senftenberger Peter-Paul-Kirche zum ersten Gottesdienst nach den ein halbes Jahr währenden umfangreichen Baumaßnahmen läuteten.

"Die Kirche ist einfach schön einfach und schön." Mit diesem Satz hat Gastpfarrer Fritz aus der Badischen Kirche nicht nur den Gruß der befreundeten Baden-Württemberger Gemeinde nach Senftenberg gebracht. Er hat auch den zahlreichen Gästen des feierlichen Wiedereröffnungsgottesdienstes der evangelischen Senftenberger Peter-Paul-Kirche am 1. Advent aus dem Herzen gesprochen. Die etwa 350 Besucher hatten auf den in Graugrün gestrichenen Kirchenbänken unter dem in sanften Morgenlicht leuchtenden Zellengewölbe Platz genommen. Nach nur einem halben Jahr Bauzeit konnten sie deutliche Veränderungen in ihrer Kirche bewundern. Die zweitgrößte Sanierung nach dem zerstörerischen Krieg hat 15 verschiedene Handwerksbetriebe aus der Region zusammengeführt: vom Maler bis zum Orgelbauer, vom Heizungsmonteur bis zum Elektriker. 580 000 Euro haben nach bisherigem Rechnungsstand die umfangreichen Sanierungen gekostet, davon sind 40 Prozent öffentlich und 30 Prozent kirchlich gefördert worden. 20 Prozent Eigenmittel hat die Senftenberger Gemeinde selbst zusammengetragen. Für die restlichen zehn Prozent wird noch gesammelt.

Pfarrer Manfred Schwarz, der neben seinen pfarrdienstlichen Aufgaben die Bautätigkeit begleitet und dabei fast täglich Überraschungen erlebt hatte, zeigte sich sichtlich erleichtert: "Gemeinsam haben wir es geschafft", sagte er mit Stolz auf die Termintreue. "Eine Kirche ist wichtiger als ein Flughafen, weil sie Menschen Trost, Zuversicht und Kraft geben kann."

Mit ihm freute sich Klaus-Jürgen Graßhoff. Der Vorsitzende des Kreistages wohnt seit seiner Geburt neben der Kirche und empfindet es als Geschenk, zweimal die Kirchensanierung erlebt zu haben. Auch für seinen Nachfolger als Bürgermeister von Senftenberg Andreas Fredrich ist die Kirche "ein Stück Geschichte der Stadt und eine besondere Sehenswürdigkeit". Dazu beigetragen haben, so würdigte der Pfarrer Schwarz, besonders auch der Architekt Klaas Fiedler mit Konsequenz und der nötigen Ruhe, Konflikte zu lösen. Dabei standen ihm sowohl der Bauausschussvorsitzende der Kirchengemeinde Arwed Reichel als auch Hausmeister Günther Andreas als guter Geist zur Seite. So bestätigt sich der Satz des ehemaligen Senftenberger Pfarrers Reinhard Schötzig: Senftenberg ist mit dieser Kirche dem Himmel ein Stück näher gekommen.

Gabriele Philipp

Lausitzer Rundschau vom 04. Dezember 2012

   Zur Artikelübersicht