Balken haben sich schon vom Mauerwerk gelöst

Kirchturm wackelt gefährlich

Die Balken im Kirchturm von Cammer sind marode. Sie haben sich zum Teil schon längst vom Mauerwerk gelöst. Architekt Wolfdietrich Max Vogt ist in Sorge. "Wir wundern uns eigentlich, dass der Turm immer noch steht."

Wolfdietrich Max Vogt mit einem verrotteten Balken vor der Cammeraner Kirche.
Quelle: Andreas Koska

Cammer. Der Putz ist ab vom Cammeraner Kirchturm, nun sind die Schäden deutlich sichtbar: Die Balken sind marode. Sie haben sich zum Teil schon längst vom Mauerwerk gelöst. Architekt Wolfdietrich Max Vogt ist in Sorge. "Wir wundern uns eigentlich, dass der Turm immer noch steht", sagt Vogt. Bis Ende August, so hoffe er, seien die Schäden insgesamt aufgenommen. "Dann soll der zweite Bauabschnitt beginnen, die Kirchenschiffsanierung auf der Nordseite", erklärt der Baumeister.

So weit ist es aber noch lange nicht. "Wir werden noch Monate brauchen, um das Mauerwerk Schritt für Schritt aufzunehmen, und den Zimmerleuten Baufreiheit an den Balken zu verschaffen", berichtet Sven Noll von der Sanierungsfirma und entsorgt den nächsten Eimer mit Bauschutt.

Die Kirchturmspitze bereitet dem Architekten die meisten Sorgen. Das Mauerwerk ist auf Holzstielen gelagert, auch diese müssen ausgetauscht werden. Um die Konstruktion nicht über Gebühr zu belasten, gibt es vorerst kein Glockenläuten mehr, einzig der Stundenschlag ertönt noch vom Turm. "Aber auch dabei merkt man die Vibrationen", sagt Vogt. Jetzt werde der Statiker über das weitere Vorgehen entscheiden. Finden doch im Schiff immer noch die Trauerfeiern statt. Dann ruhen auch die Bauarbeiten, die durch den langen Winter ohnehin schon im Verzug sind. "Wir hoffen, dass wir die Turmsanierung noch in diesem Jahr abschließen können", sagt der Architekt.

Dann könnten Handwerker auch eine neue Turmzier mit Wetterfahne anbringen. Die jetzige weist auf die Erweiterung des Baus im Jahr 1779 und auf die Sanierung 1975 hin. Die neue soll auch das Jahr 2015 erwähnen, das voraussichtliche Datum für das Ende der aktuellen Arbeiten. Unter der Wetterfahne sollen eine Weltkugel und der Schaft vergoldet werden, ebenso wie ein Stern darüber. "Immerhin soll der Zierrat 5250 Euro kosten, dafür wollen wir sammeln", ruft Pfarrer Jens Meiburg die Bürger zur Beteiligung auf.

Aufbau in drei Etappen


Die Gesamtkosten der Sanierung werden von Vogt auf etwa 330000 Euro geschätzt. Bisher sind nur die ersten beiden Bauabschnitte finanziert.

Am 10. August wollen der Architekt und der Pfarrer alle Bürger zu einer Kirchenbesichtigung einladen und um Anregungen bitten. Der jüngste Termin dieser Art fiel jetzt mangels Interesses aus. "Ich bin enttäuscht", erklärt der Kirchenälteste Lutz Säger. Dabei hätten sich alle Bürger über den aktuellen Stand der Arbeiten informieren und vor allem das Ausmaß der Schäden besichtigen können.

Von Andreas Koska

Märkische Allgemeine vom 24. Juli 2013

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