Die Orgel in Rehfeld hat ihre Stimme zurück

Nach Restaurierung ist sie wieder gut bespielbar / Spende der Windparkbetreiber als finanzielle Basis der Arbeiten

REHFELD Orgelbauer Mike Zuber hat in dieser Woche die Restaurierungsarbeiten an der Orgel in der Rehfelder Kirche abgeschlossen. Das Instrument ist jetzt wieder bespielbar. Möglich gemacht hat diese Sanierung eine Spende des Rehfelder Windparkbetreibers, die Firma UKA Meißen.

Orgelbauer Mike Zuber freut sich selbst darüber, wie schön die Orgel jetzt wieder klingt. Pfarrer Martin Miech, Vertreter des Gemeindekirchenrates, Ortsvorsteher Maik Bönisch und Bürgermeister Herold Quick sind die Ersten, die sie zu hören bekommen.
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Ein Blick ins Innere des Instruments: Zur Restaurierung gehörte auch das Erneuern der Bleirohre der pneumatischen Traktur der Orgel.
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Viel hergemacht hat die Rehfelder Orgel vor der Restaurierung nicht mehr. Es kamen wohl noch ein paar Töne raus, sagt Pfarrer Martin Miech, aber wohlklingend höre sich anderes an. Eines der beiden Manuale war gar nicht mehr bespielbar, das andere nur sehr dürftig. Zur Begleitung des Gottesdienstes habe es gerade noch so gereicht - in der Minimalvariante. Alles, was darüber hinaus ging, blieb Wunschdenken.

Hoffnung keimte auf, als die Firma UKA Meißen, die in Rehfeld einen Windpark betreibt, eine großzügige Spende für die Stadt in Aussicht stellte. "Es war von Anfang an klar, dass die jenen zugute kommen soll, die mit den Windrädern vor ihren Nasen leben müssen. Also den Rehfeldern selbst", sagt Bürgermeister Herold Quick (parteilos).

"Wir haben intensiv beraten, was wir mit dem Geld machen", berichtet der Pfarrer. Auch der Turm und die Turmtreppe müssten dringend saniert werden. Aber die Kirchenältesten hätten sich dann doch für die Orgel entschieden, weil man an ihr mit dem Spendenbetrag den größten Erfolg erzielen konnte. Bevor die Arbeit jedoch begann, verging viel Zeit, "wegen einer Unmenge bürokratischer Formalitäten", so Miech. Dankbar blickt er dabei zu Edith Korthals, die unzählige Telefonate übernommen hat, um alle nötigen Vorbereitungen unter Dach und Fach zu bringen.

Im Herbst des vergangenen Jahres konnte dann Orgelbaumeister Mike Zuber loslegen und sich dem im Jahre 1911 von der Bad Liebenwerdaer Orgelbaufirma Voigt gebauten Instrument annehmen. Was er vorfand, hatte er in anderen Orgeln schon gesehen. Kriegszeiten hatten ihren Tribut ebenso gefordert wie die Mangelwirtschaft zu DDR-Zeiten. Im zweiten Manual beispielsweise hatten Benzinschläuche die Bleirohre ersetzt. Nur, dass sich die Schläuche mit der Zeit auflösten und nur noch eine klebrige Masse davon übrig blieb. "Kein Wunder, dass das Manual nicht mehr bespielbar war", sagt der Fachmann.

Das Überarbeiten der Pneumatik gehörte zu den Hauptarbeiten der durchgeführten Restaurierung. Außerdem wurden die Pfeifen gereinigt und die Prospektpfeifen mit neuem Lack versehen. Mike Zuber und sein Angestellter Martin Schmidt hatten ordentlich zu tun. Die kalten Temperaturen, mit denen sie leben mussten, weil die Zustimmung zur Erneuerung der Rehfelder Orgel erst so spät kam, machten die Arbeit nicht unbedingt leichter.

Aber nun ist die Restaurierung abgeschlossen. Im Beisein von Bürgermeister, Ortsvorsteher, Pfarrer und Gemeindekirchenratsmitgliedern ließ der Orgelbauer das Instrument probehalber erklingen, damit sich alle vom Gelingen überzeugen können. Einiges wäre noch zu tun, gab er mit auf den Weg, aber mit den 10 000 Euro, die die Firma UKA gespendet hat, sei schon viel geschafft.

Eine feierliche Einweihung soll es entweder zum Osterfest oder zur Konfirmation geben.

Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 24. Januar 2015

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