Krewelin

„Ein wunderschönes Kirchlein“

Im Gästebuch der Kreweliner Kirche finden sich viele Eintragungen. Die Schreiber sind begeistert vom evangelischen Gotteshaus.

In dem Gästebuch finden sich warmherzige Worte, mit denen die Kreweliner Kirche umschrieben wird.
Quelle: Stefan Blumberg

Krewelin „Ein wunderschönes Kirchlein!“ Mit diesem Satz ist eigentlich alles gesagt. Eigentlich. Aber es gibt noch viel mehr Worte, die etwas über das Gotteshaus verraten. Gebündelt sind sie im Gästebuch der Kreweliner Kirche zu finden. Seite an Seite reihen sich die netten facettenreichen Wortmeldungen aneinander. Sie erlauben einen Einblick in die Biografie der Besucher, den Zustand der Kirche, den Baustil, über die Bedeutung.

Eine schicke Kirche im Fachwerkstil

Lucie (10), Emilia (8) und ihr Papa schrieben nach ihrem Besuch vor sechs Jahren: „Wir haben hier Stärke und Gelassenheit getankt. So eine schöne, dörfische Gemeinschaft findet man selten.“ Bei Wulf Heug aus Berlin werden Erinnerungen wach. „Meine Mutter wurde 1917 in Krewelin von Forstmeister Bergmann eingeschult. Also ist Krewelin auch für mich ein Stück Heimat.“ Die Kirche von Krewelin ist eine evangelische Dorfkirche, im Fachwerkstil wurde sie im Jahre 1694 erbaut. Es ist ein Saalbau mit einem südlichen Anbau. Auf dem Dach befindet sich ein Dachreiter mit einer Haube. Der Kanzelaltar und die Emporen sind aus der Bauzeit. Der Taufständer aus Holz wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstellt. Die Kirche liegt zentral und wurde vor vier Jahren saniert. Das ganze stellt sich dann so dar: „Ihr habt eine schöne, ’kuschelige Kirche’“, finden Margret und Stefan aus Hamburg. Katja und Birgit aus Thüringen bringen es so auf den Punkt: „Eure Kirche ist ein richtiges Kleinod und so schön hell und freundlich.“

„Schatzkästchen“

Pfarrer Andreas Domke teilt die warmen Worte und die gelungenen Beschreibungen. Er bezeichnet die Kreweliner Kirche als ein „hölzernes Schatzkästchen“. Es sei ein außergewöhnlich schöner Ort in einem ohnehin schon schmucken Dorf. Da der christliche Alltag in Krewelin auch mit Leben erfüllt ist, sieht der Pfarrer die Kirche gar als ein kleines Wohnzimmer an.

Stätte der Besinnung

Besucher trudeln regelmäßig nicht nur mit dem Kraftfahrzeug ein. „Wir sind auf einer Fahrradtour und freuen uns auf die Besinnungspause schreibt ein Pärchen aus Baden, das auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen unterwegs war. Anita hatte von dieser „beschaulichen Stätte der Besinnung“ gehört, ist froh, die Möglichkeit der Besichtigung genutzt zu haben. Barbara Greuer aus Berlin stellte fest: „Eine Fahrt durch die herrliche Gegend, Einkehr in die schöne Kirche – was will der Mensch mehr?“ Eine Familie aus dem amerikanischen Bundesstaat Ohio ließ es sich nicht nehmen, einen Blick in die Kirche zu werfen. „A beautiful church“, schrieb Paula. Der frühere Zehdenicker Detlef Bartsch (heute La Palma) war zweimal binnen zwei Jahren in der Kreweliner Kirche: „Herrlich, ursprünglich, relaxed. Schön, dass es solche Orte gibt.“ Das findet auch S. Sauß: „Ein Schatz – und so liebevoll gepflegt.“ Die Mädchen und Jungen einer vierten Klasse lehnten sich schon mal weit aus dem Fenster. Sie und ihre Lehrerin hinterließen diese Zeilen: „Uns gefällt die alte Kreweliner Kirche sehr gut. Einige von uns wollen hier heiraten. Später einmal.“

Von Stefan Blumberg

Märkische Allgemeine vom 29. Juni 2018

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