Dorfkirche Wachow

Beitragsbild: Kirchenkreis Nauen-Rathenow

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Steckbrief
14641 Nauen OT Wachow Havelland
Im Kern ein spätgotischer Saalbau aus Feldsteinen, der alte Turm war mit Mauersteinen ausgeführt. Der neue Turm wurde 1822 mit schiefergedeckter Pyramidenspitze vollendet; das Kirchenschiff erhielt neue Rundbogenfenster. Im Kirchenraum sind Reste mittelalterlicher Malerei erhalten. Der Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1730. Während des Kirchenumbaus 1821 wurde auch eine Orgel auf der neu erbauten Westempore errichtet. Großer Gemeinderaum für Familienfeiern buchbar.
Schlüssel anfordern beim Gemeindebüro unter 033233-80568 oder über den Förderverein
Drei Kleinode e.V. - Bettina Radcke
Ernst-Thälmann-Str. 16, 14641 Nauen, e-mail: dreikleinode@gmx.de

Förderverein Drei Kleinode e.V.
Bettina Radcke, Vorstandsvorsitzende
Ernst-Thälmann-Straße 16
14641 Nauen OT Wachow
Mail: dreikleinode@gmx.de
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    Dorfkirche Wachow
    Dorfkirche des Monats Januar 2026

    Andreas Flender: Die Dorfkirche Wachow und die Straße, die an ihr vorbeiführt, teilen seit Jahrzehnten das gleiche Schicksal: sie sind sanierungsbedürftig. Die Straße, eine belebte Verkehrsverbindung zwischen der Kernstadt Nauen, zu der Wachow seit der Gebietsreform gehört, und der Stadt Brandenburg/Havel, wird seit dem Frühjahr 2025 grundhaft erneuert. Teilweise war die Kirche nur zu Fuß erreichbar. Schon länger bescheinigten Baufachleute dem Sakralgebäude aus dem 13. Jahrhundert eine dringende Überarbeitung. Dabei ist der stattliche Turm nicht die einzige Besonderheit, die die ursprünglich aus Feldsteinen erbaute Kirche aufzuweisen hat.
    Der Kirchenraum ist flach gedeckt und an den Giebelseiten mit Putti ausgeschmückt. Reste von mittelalterlicher Malerei sind sichtbar und harren ihrer Rekonstruktion oder wenigstens der Sicherung. Der Kanzelaltar von 1730 hat einen polygonal geschwungenen Korpus mit Blattkartuschen und auf flankierenden Säulen ruht der Schalldeckel, der mit Voluten bekrönt ist. Die Orgel des Berliner Orgelbauers Johann Simon Buchholz aus dem Jahr 1821 mit 14 Registern auf einem Manual und Pedal wurde zuletzt 1998 instandgesetzt.
    Inzwischen scheint sich an diesem Gebäude Geschichte zu wiederholen: Vor 225 Jahren wird von einer nötigen Reparatur des „alten Thurms“ berichtet. Doch, so schnell ging es auch damals nicht. Erst nach mehrfacher Überarbeitung der unter Mitwirkung von Karl-Friedrich Schinkel entworfenen Pläne wurden zwischen 1820 und 1822 ein neuer Turm und ein Erweiterungsbau errichtet. Der alte Turm muss bereits vollkommen baufällig gewesen sein. Nun also, kaum mehr als 200 Jahre später, wird es erneut ernst. Die Außenwände des Turms sind zwar gemauert, im Inneren der Turmspitze befindet sich jedoch eine Holzkonstruktion, welche maßgeblich das Geläut trägt. Diese Bauweise verhindert, dass die Schwingungen der Glocken dem Mauerwerk Schaden zufügen. Das historische Geläut wurde zwar 1917 beschlagnahmt, jedoch wurden 1921 drei neue Stahlglocken mit Durchmessern von 163, 131 und 108 cm angeschafft. Die schwerste Glocke wiegt immerhin rund 1.900 kg. Die Turmspitze wurde in einem Gutachten nun als derart brüchig identifiziert, dass man die Kirche unverzüglich sperren musste. Die evangelische Kirchengemeinde ist nun auf der Suche nach Ausweichlösungen für all die Veranstaltungen, für die sonst wie selbstverständlich die Dorfkirche genutzt wurde.
    Das gut frequentierte Gemeindehaus nebenan wird dabei helfen, kann jedoch den Weihnachtsgottesdienst in spätbarocker Atmosphäre nicht wirklich ersetzen. Ein sehr aktiver Förderverein kümmert sich seit vielen Jahren gleich um drei benachbarte Dorfkirchen und er trägt daher die Bezeichnung „Drei Kleinode“. Mit interessanten Projekten – auch im Rahmen der ländlichen Entwicklung – konnte der Verein in den letzten Jahren immer wieder Akzente setzen. Jetzt ist man auf der Suche nach finanzieller Unterstützung und es bleibt den Akteuren zu wünschen, dass sich die Türen zur historischen Dorfkirche möglichst bald wieder öffnen mögen.

    Weitere Informationen:
    Adresse der Kirche: Ernst-Thälmann-Str. 19, 14641 Nauen OT Wachow
    Ev. Kirchengemeinde St. Petri Ketzin, Rathausstr. 17, 14669 Ketzin/Havel, Pfarrerin Gundula Zachow, Tel. 033233-80568, www.kirche-nauen-rathenow.de
    Förderverein „Drei Kleinode“, Vorsitzende Bettina Radcke, dreikleinode@gmx.de www.dreikleinode.de
    Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
    Evangelische Bank – IBAN: DE94 5206 0410 0003 9113 90
    Verwendungszweck: Dorfkirche Wachow (HVL)