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Neu gegründet: Förderverein Dorfkirche Niederfinow e.V. – Engagement für ein zentrales Bau- und Kulturdenkmal im Ort

Gerade deshalb ist es ein zentrales Anliegen, die Kirche auch über den kirchlichen Rahmen hinaus als offenen Treffpunkt und lebendigen Ort der Begegnung im Dorf zu erhalten. Vor diesem Hintergrund wurde im Oktober 2025 der „Förderverein Dorfkirche Niederfinow e.V.“ gegründet. Zum Verein gehören mittlerweile 19 Mitglieder und er ist als gemeinnützig anerkannt.
Die Initiative zur Vereinsgründung entstand aus einer konkreten Situation heraus: Karl-Heinz und Renate Dettmer, die sich als Mitglieder der Kirchengemeinde Niederfinow über viele Jahre hinweg mit großem persönlichen Engagement um die Kirche und deren Erhalt gekümmert haben, konnten diese Aufgabe altersbedingt nicht mehr fortführen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Veranstaltungen – insbesondere Konzerte und Ausstellungen – auf eine erfreulich gute Resonanz stießen.
Ziel des Vereins ist es, den Erhalt der Dorfkirche dauerhaft zu sichern und sie zugleich als kulturellen und sozialen Ort im Dorf neu zu beleben. Dazu gehören die Unterstützung von Sanierungs- und Umbaumaßnahmen ebenso wie die Organisation vielfältiger Veranstaltungen. Der Förderverein versteht sich als Bindeglied zwischen Kirchengemeinde, Gemeinde und den Einwohnerinnen und Einwohnern Niederfinows. Ziel ist es, die Dorfkirche als identitätsstiftenden Ort zu bewahren und zugleich behutsam neue Nutzungsperspektiven zu entwickeln. Dabei sollen gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort – und in enger Abstimmung mit der evangelischen Lukasgemeinde Oberbarnim – tragfähige und zukunftsorientierte Nutzungskonzepte erarbeitet werden.
Gerade vor dem Hintergrund ihrer langen Geschichte, die bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreicht, ist die Kirche ein Bauwerk von besonderem Wert – ein Ort, der es verdient, bewahrt und zugleich mit neuem Leben erfüllt zu werden.
Die Kirche entstand vermutlich im 13. Jahrhundert unter den askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. Die ursprüngliche Anlage war wahrscheinlich als Wehrkirche mit Feldsteinmauer ausgeführt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche stark beschädigt. Nach dem verheerenden Ortsbrand von 1729 blieb nur die Umfassungsmauer erhalten. Bereits 1731/32 erfolgte der Wiederaufbau im preußischen Barock, der das Erscheinungsbild bis heute prägt. Im Inneren sind Altar und Kanzel erhalten. Die Orgel ist leider nur noch als Hülle vorhanden und nicht mehr funktionsfähig. Das ursprüngliche Kirchengestühl fehlt. Dieser Verlust ist aus denkmalpflegerischer Sicht bedauerlich, eröffnet aber zugleich Chancen: Der heute offene Raum ermöglicht flexible Nutzungen.
Der Förderverein sieht hierin die Möglichkeit, die Kirche als multifunktionalen Ort weiterzuentwickeln – für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Workshops und vielfältige Begegnungsformate im Dorf. Dabei bleibt der respektvolle Umgang mit dem Kirchenraum stets leitend.
Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen werden auf der Website des Vereins veröffentlicht.
Für die kommenden Jahre ist das Ziel, die Kirche stärker für die Einwohnerinnen und Einwohner Niederfinows zu öffnen und sie als lebendigen Ort der Begegnung dauerhaft im Dorf zu verankern.
Von der Mitgliedschaft im Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg erhoffen wir uns eine enge Vernetzung, einen lebendigen fachlichen Austausch sowie wertvolle Impulse, insbesondere durch den Austausch mit anderen Fördervereinen, die zum Teil bereits auf langjährige Erfahrungen zurückblicken können.
Informationen zu Besichtigungsmöglichkeiten der Kirche werden in Kürze auf der Website des Fördervereins veröffentlicht.
Erwin Schwärzer
Vormerken
Unter dem Titel „Unterm Kirchturm“ sind für 2026 erste Veranstaltungen geplant:
30. Mai
Vereinsfest mit Vernissage, Anna Siegenthaler
Mai/Juni
Ausstellung Anna Siegenthaler
18. Juli
Konzert „Andreas & Friends“
August/September
Ausstellung Herta Müller
20. September
Konzert Tobias Hoffmann, Cello
5. Dezember
Adventskonzert, Westend Gospel Singers
