03.12.2019  –  Märkische Oderzeitung

5000 Euro Soforthilfe für Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde

Die Brandursachenermittler der Polizei-Inspektion Barnim können erst jetzt mit ihrer Arbeit beginnen.© Foto: MOZ/Sven Klammann
Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde© Foto: MOZ/Sven Klamann

02.12.2019, 09:37 Uhr – Aktualisiert 03.12.2019, 11:10Eberswalde (MOZ) Die stadteigene Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH hat der Evangelischen Stadtkirchengemeinde eine Soforthilfe von 5000 Euro zugesagt. Die Spende sei für die wichtigsten Aufräum- und Reinigungsarbeiten nach dem Brand in der Maria-Magdalenen-Kirche bestimmt, sagte Hans-Jürgen Adam, Geschäftsführer der WHG.

Zur Brandursache wird noch ermittelt. Es gibt auch noch keine abschließenden Erkenntnisse zur Höhe des entstandenen Schadens. Das Feuer muss in einem abgeschlossenen Raum über der seitlichen Empore entstanden sein, den niemand nutzt und in dem es noch nicht einmal Strom gibt. Der Brandherd wurde schnell gefunden – und gibt dennoch Rätsel auf. „Dass ist die unwahrscheinlichste Stelle, die sich überhaupt nur denken lässt“, sagt Pfarrer Hanns-Peter Giering von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde in Eberswalde, als deren mit Abstand wichtigste Sehenswürdigkeit das mehr als 750 Jahre alte Gotteshaus gilt.

Erst am heutigen Dienstag werden die Brandursachenermittler der Polizei-Inspektion Barnim mit ihrer Arbeit beginnen können. „Es braucht vermutlich die gesamte Nacht, den Rauch aus der Kirche zu bekommen“, betont Uwe Siebert von der Eberswalder Berufsfeuerwehr, der den Einsatz im Zentrum der Barnimer Kreisstadt geleitet hat, an dem 45 Brandschützer aus allen Freiwilligen Feuerwehren Eberswaldes beteiligt waren. Zusätzlich hatte Barnims Kreisbrandmeister Silvio Salvat-Berg zehn Atemschutzträger der Freiwilligen Feuerwehr Britz angefordert, deren Aufgabe es war, die Einsatzkräfte aus Eberswalde abzulösen.

Schätze von Ruß überzogen

„Wir sind geschockt und tief betroffen“, sagt Hanns-Peter Giering, nachdem die Brandschützer die Löscharbeiten beendet haben. Fast dreieinhalb Stunden hat es gedauert, den Brandherd im Gotteshaus zu beseitigen.

Zwar sei ein Teil der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Emporenbrüstung den Flammen zum Opfer gefallen. „Aber wenigstens ist fast allen mittelalterlichen Kunstschätzen – allen voran unserem 400 Jahre alten Altar – nichts passiert“, betont der Pfarrer. Dies sei vermutlich der ihm leider unbekannten Passantin zu verdanken, die am Montagmorgen den aus dem Gotteshaus dringenden Qualm bemerkt und geistesgegenwärtig die Polizei und die Feuerwehr benachrichtigt habe, bevor sie an seiner Tür Sturm klingelte. „Dieser Frau sind wir alle ungemein dankbar. Sie hat vermutlich noch Schlimmeres verhindert“, sagt Hanns-Peter Giering. Erst die nächsten Tage würden zeigen, ob und welche Veranstaltungen der Kirchengemeinde verlegt oder gar abgesagt werden müssten.

Drehleiter fürs Fensteröffnen

Die Brandschützer waren um 8.36 Uhr alarmiert worden. Sie fanden ein völlig verrauchtes Gotteshaus vor, in dem sie sich zunächst nicht einmal unter Atemschutz einen ausreichenden Überblick verschaffen konnten. „Wir sind im Inneren lange nur schrittweise vorangekommen“, berichtet Uwe Siebert. Erst als mit Hilfe der Drehleiter Eisengitter von einigen Fenstern entfernt werden konnten, ließen sich diese teilweise öffnen, was langsam für eine bessere Sicht sorgte.

„Für Eberswalde wäre es eine Katastrophe, wenn die Maria-Magdalenen-Kirche ernsthaft Schaden genommen hätte“, sagte Bürgermeister Friedhelm Boginski, der wie Barnims Landrat Daniel Kurth die schwierigen Löscharbeiten vor Ort verfolgte, die um 11.50 Uhr beendet wurden.

Märkische Oderzeitung, 03.12.2019
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