17.12.2018  –  MOZ.de

91 Stufen zum Blick aufs Weltnaturerbe (Altkünkendorf)

ALTKüNKENDORF WEIHT SANIERTEN KIRCHTURM ALS AUSSICHTSPUNKT EIN / GEFüHRTE AUFSTIEGE AB APRIL MöGLICH / FöRDERVEREIN HAT WEITERE PLäNE

Aussichtspunkt

91 Stufen zum Blick aufs Weltnaturerbe

Michael Dietrich

Altkünkendorf (MOZ) Der Kirchturm ist am Sonnabend als Aussichtspunkt in den Grumsin übergeben worden. Das Land hat den Neubau des Treppenaufgangs gefördert. Ab April sollen Besucher die 91 Stufen erklimmen und einen Blick von oben auf das Weltnaturerbe werfen können.

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Ausblick über Altkünkendorf: Eine Besucherin der festlichen Übergabe des sanierten Kirchturms schaut durch eines der Kirchturmfenster auf die Landschaft des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. In Richtung Süden und Südosten hat man auch einen Blick auf den Buchenwald Grumsin, der als Weltnaturerbe geschützt ist.
© Foto: Stefan Csevi

„Freude schöner Götterfunken“ schmetterte Mary Petter aus Gehegemühle am Sonnabend auf ihrer Trompete aus dem offenen Turmfenster zur feierlichen Übergabe des Kirchturmes an den Förderverein der Dorfkirche Altkünkendorf. Knapp 50 Gäste klatschten von unten Beifall. Mit einem kunstvoll geschmiedeten Schlüssel schloss dann Initiator des Projektes, Hans-Jürgen Bewer, Vereinschef und Ortsvorsteher von Altkünkendorf, die Kirchentür auf.

Es brauche solche engagierten Leute wie den 76-jährigen Bewer, ohne sie käme Brandenburg nicht weit und gelängen solche Projekte nicht, würdigte Dr. Frank Reichel vom Brandenburgischen Umweltministerium, das die Sanierung und den Ausbau des Kirchturms mit 180 000 Euro förderte.

Natürlich ließ sich auch Angermündes Bürgermeister nicht nehmen, das Projekt zu würdigen. Für Frederik Bewer war es ein Heimspiel. Kennt er die Kirche doch seit 18 Jahren, als der Schorfheidelauf seine Anfänge nahm und die Organisatoren die Kirche nutzen konnten, um Ausrüstungen und Equipment unterzustellen. Er wünschte sich, dass der Weitblick vom Turm den Besuchern die Augen öffnet und dass sie durch das Erleben der Natur ein Gefühl für den Wert und für die Notwendigkeit des Bewahrens erfahren.

Sein Vater sprach zu den Gästen in der Kirche wie ein Pfarrer bei der Predigt, hob Einmaligkeit des Weltnaturerbes in Brandenburg hervor, sprach von der Bewahrung der Schöpfung Gottes, von der Verantwortung jedes Menschen, selbst etwas für die Bewahrung der Natur, unserer Lebensgrundlage zu tun. In Sachen touristischer Entwicklung der Weltnaturerbe-Region Grumsin sagte er: „So eine Chance bekommt Altkünkendorf nie wieder.“

Zur Feier waren auch die Architektin Bettina Krassuski, der Projektverantwortliche Christian Radloff vom Angermünder Rathaus und Reservatsleiter Martin Flade vom Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin erschienen. Die 14-jährige Clara Mehnert aus Henriettenhof sang und spielte auf der Gitarre dazu und die Vereine des Ortes hatten für Glühwein und Kuchen gesorgt.

Der Aufstieg zum Turm ist komplett erneuert worden, die Treppe dafür völlig neu konstruiert. Auf Zwischenpodesten ist geplant, eine kleine Ausstellung zum Grumsin zu zeigen. Aus den Turmfenstern kann man über Altkünkendorf, die malerische Endmoränen-Landschaft und natürlich auf den Buchenwald schauen, der als Weltnaturerbe geschützt ist.

Hans-Jürgen Bewer erklärte, dass bis zum Saisonstart im April, wenn es die ersten geführten Turmbesteigungen geben wird, noch einiges zu klären sei. Er hat schon neue Pläne: einen Altar zum Thema Gottes Schöpfung.

MOZ.de, 17.12.2018