01.06.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Abschluss der Kirchensanierung Hohennauen mit Dankgottesdiensten

Rund 1,4 Millionen Euro wurden in die Sanierung der Kirche in Hohennauen gesteckt. Die Arbeiten sind jetzt beendet. Der eigentlich geplante große Festakt musste allerdings wegen Corona verschoben werden, dafür fanden jetzt Dankgottesdienste statt.

Brigitte Kober ist nicht nur die Ortschronistin von Hohennauen. Sie zeigt Besuchern und Touristen auch die historische Dorfkirche. Dazu hatte sie in letzter Zeit aber keine Möglichkeit. Die Dorfkirche war eine Baustelle und Brigitte Kober konnte Interessenten lediglich berichten und zeigen, welche Arbeiten gerade erledigt oder geplant sind.

Um so mehr freut sich die Ortschronistin, nun Besucher in eine helle und freundliche Kirche führen zu können. Alles sei chic geworden und habe geschichtlichen Charme, sagt die Ortschronistin, während sich vor dem Gotteshaus mit Klaus Eichler ein rühriger und unverzichtbarer Weggefährte des Fördervereins Kirche Hohennauen in das Gästebuch einträgt.

Drei Jahre Baustelle

„Ein großes Werk ist vollendet“, hatte zuvor Gemeindepfarrerin Dorothea Klimmt gesagt. Drei Jahre war die Dorfkirche eine Baustelle und wurde in dieser Zeit umfangreich saniert. Die Arbeiten sind nun vollendet. Mit zwei Dankgottesdiensten am Samstag und einem Pfingstgottesdienst am Sonntag zog am Wochenende wieder Leben ein in die Dorfkirche. Nötig waren mehrere Veranstaltungen, um die Corona-Regelungen einhalten zu können.

Ursprünglich war geplant, die Wiedereröffnung der Kirche am 17. Mai mit einem Festgottesdienst zu feiern. Die Einladungen für die Ehrengäste hatte der Förderverein schon verschickt. Dann kam die Epidemie und bremste auch die Festveranstaltung aus. Diese soll nun im nächsten Frühjahr nachgeholt werden.

Rückblende in die Siedlungsgeschichte

Der langjährige Hohennauener Kirchenmusiker Manfred Dehn spielte die frisch sanierte Kirchenorgel und begleitete mit Liedern wie „Großer Gott, wir lieben dich“ die Dankgottesdienste musikalisch. Die Pfarrerin begann ihre Predigt mit einer Rückblende in die eng von Landwirtschaft geprägte Siedlungsgeschichte des Dorfes sowie zum Bau des Kirch-Wehr-Turmes um 1200.

Die Kirche wurde in den Jahren 1710 bis 1720 im einfachen Barockstil errichtet. Seither gehört sie zum Dorf. „Und die Kirche bleibt im Dorf“, versicherte die Pfarrerin. Dafür sei das Gotteshaus innen und außen umfangreich saniert worden, so Dorothea Klimmt.

Zwei Bauabschnitte

Rund 1,4 Millionen Euro wurden dafür in zwei Bauabschnitten investiert, das Land unterstützte maßgeblich mit Fördermitteln. Federführend engagiert hat sich für das Vorhaben der 2009 gegründete Kirchenförderverein. Die Vorsitzende des Fördervereins, Monika Pickenhahn, erklärte bei den Dankgottesdiensten, der Innenraum der Kirche sei wieder so hergerichtet worden wie er 1893 war.

Grundlage für die Arbeiten sei ein Foto von 1910 gewesen, so Monika Pickenhahn. So bekam die Decke wieder einen himmelblauen Farbanstrich, verziert mit goldenen Sternen. Der Altar, die Kanzel, drei Epitaphe und weitere Ausstattungsgegenstände wurde gesäubert.

Fußboden wurde erneuert

Der historische Teppich, auf dem schon Friedrich II. als Taufpate gestanden haben soll, wurde gereinigt und auf ein neues Podest gelegt. Der Fußboden erfuhr eine Erneuerung. Dabei wurden 15 Grabplatten freigelegt und nach archäologischer Begutachtung wieder verschlossen – eine mit einer Glasplatte und so für Besucher einsehbar.

Die Vorsitzende des Fördervereins nannte eine neue Multimediaanlage und die Sanierung des Gestühls, eine Sitzheizung und eine neue Elektroanlage als weitere wesentliche Arbeiten im Kircheninneren. Begonnen wurde vor drei Jahren mit der Turmsanierung. Dabei ersetzte man 1200 marode Steine durch neu gebrannte Steine im Klosterformat.

Jetzt wieder ein Dreiergeläut

Auf den Turm wurde ein neues Kreuz gesetzt und im Inneren eine kleine Glocke montiert. Damit hat die Kirche wieder ein Dreiergeläut. 800 Quadratmeter Kirchendach wurden neu eingedeckt. Dass es infolge von Baumängeln zu einer zeitweiligen Unterbrechung der Arbeiten kam, wurde bei den Dankgottesdiensten ausgeblendet.

Der Förderverein engagierte sich für die Sanierung und organisierte Spendensammlungen zur Unterstützung von zusätzlichen Vorhaben, wie die Sanierung der Orgel. Einwohner und Sponsoren gaben insgesamt rund 200 000 Euro für die Kirchensanierung. Dafür dankte Gerhard Stackebrandt seitens des Fördervereins.

Gerhard Pionschek als Organisator der traditionellen Hohennauener Hubertusmesse würdigte mit einem selbst verfassten Gedicht die Leistungen und das Engagement für die nunmehr vollendete Sanierung der Dorfkirche. Arbeit wird es aber auch weiterhin geben. So wird sich der Förderverein als nächstes für die Restaurierung des Taufsteins engagieren.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine Zeitung, 01.06.2020
Zur Kirche
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