25.07.2019  –  Lausitzer Rundschau

Atterwasch feiert Jubiläum

Nichts prägt das Atterwascher Dorfbild mehr als die Kirche. In ihr findet am 14. September zum Auftakt der 725-Jahr-Feier ein Gottesdienst statt. FOTO: lr / Engelhardt

Atterwasch. Am 14. September begeht das Dorf im eher kleinen Rahmen sein 725-jähriges Bestehen.

Ja, man muss die Feste feiern wie sie fallen. Und deshalb haben die Organisatoren des Festes zum 725-jährigen Bestehen von Atterwasch die Feierlichkeit auch nicht in den Juni oder den Juli verlegt, sondern haben sich für den September entschieden. Schließlich stammt die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes vom September 1294. Und so wird das Jubiläum nun am Samstag, 14. September, über die Bühne gehen.

Dass die Atterwascher „Geburtsstunde“ auf dieses Jahr zurückzuführen ist, ist keine neue Entdeckung. Der langjährige Atterwascher Pfarrer Mathias Berndt hat ein wenig gestöbert und den Organisatoren vom Heimat- und Feuerwehrverein im Frühjahr noch einmal die Fakten bestätigt. Demnach hat der Wissenschaftler Heinz-Dietrich Krausch im Jahr 1973 im Staatsarchiv von Wroclaw (Breslau) in der Abschrift eines Briefes vom 27. September 1294 die Ersterwähnung von Atterwasch entdeckt.

Das mit der „Geburtsstunde“ ist dann allerdings eher relativ. Im Brief wird nämlich unter anderem die Pfarrkiche des Dorfes erwähnt. Das, so Mathias Berndt, bedeutet, dass es 1294 schon einen Pfarrer und eine Kirche gegeben habe und das Dorf entsprechend älter sein muss. Wie alt genau, ließ sich freilich bisher nicht ermitteln.

Apropos Kirche: Den Auftakt der Feierlichkeiten wird am 14. September um 13 Uhr ein Gottesdienst bilden, war von Monika Schulz-Höpfner, der Vorsitzenden des Heimat- und Feuerwehrvereins, zu erfahren. Ab 14 Uhr geht es auf dem Gelände am Feuerwehrhaus unter anderem mit Blasmusik und einem Überraschungsgast weiter.

Ein weiterer Höhepunkt soll eine kleine Ausstellung im Gemeindehaus werden. Dort sollen alte Fotos und Geschichten über das Dorf präsentiert werden. Alle Einwohner sind aufgerufen, dazu noch Exponate beizusteuern. „Das wird sicher interessant, wenn man auf Bildern heutige Atterwascher vor 50 oder noch mehr Jahren sieht“, so die Vereinsvorsitzende.

Insgesamt soll das Fest aber eher in einem kleineren Rahmen stattfinden. „Es wird keinen Umzug oder ähnliche Programmhöhepunkte geben. Wir freuen uns einfach, dass Atterwasch stehen bleibt.“

Im Frühjahr 2017 hatte die Leag bekannt gegeben, die Pläne für einen Tagebau Jänschwalde-Nord nicht weiter zu verfolgen. Zuvor hatten die Atterwascher zusammen mit Kerkwitz und Grabko ein Jahrzehnt lang um den Fortbestand ihres Dorfes bangen müssen. Gemeinsam mit den anderen betroffenen Orten war Atterwasch Ausgangspunkt zahlreicher Protestaktionen. „Ich denke, dass wir uns nach dieser Auseinandersetzung in einer Erholungsphase befinden“, begründet Monika Schulz-Höpfner, dass es dieses Mal nur eine kleinere Variante einer Jubiläumsfeier gibt. „Dafür brauchen wir auch keine Straßensperrungen und erwarten keine 3000 Zuschauer im Dorf“, so die Vereinschefin.

Das freilich könnte in 25 Jahren anders aussehen. Dann wird Atterwasch 750 Jahre alt. Und das könnte dann auch mit einer richtig großen Feier begangen werden.

Lausitzer Rundschau, 25.07.2019
Zur Kirche
Dorfkirche Atterwasch im Pressespiegel
Atterwasch feiert Jubiläum 25.07.2019 · Lausitzer Rundschau